• SPIELORT: LONDON • REAL LIFE - RPG • SZENENTRENNUNG • ROMANSTIL • FSK-18 • SEIT '10 2018 •
#1

Sparrows in a nest of Nightingales {Informants 1/5}

in » unisex 11.11.2018 15:02
von Ichabod Galloway | 444 Beiträge



• name | alter | tätigkeit | sozialer rang •
» Ichabod Galloway | 40 Jahre | Harrison McAvoys rechte Hand und Informant für Alistair McCallum | Oberschicht

• spiegelbild •
» Cillian Murphy


• charakterinformationen •

1978 → 2006
Aberdeen - Amsterdam

Als bei Caroline Galloway am 30. Oktober 1978 spät in der Nacht die Wehen einsetzten, ahnte sie noch nicht wie verheerend die kommenden Stunden enden sollten. Sie und ihre Ehemann hatten schon viele Jahre darauf gewartet endlich ein Kind zu bekommen und als Caroline im Alter von 36 Jahren schließlich schwanger wurde und sich dabei auch noch herausstellte, dass es Zwillinge werden würden, war die Freude selbstverständlich groß
Eine Freude, die schnell niedergeschmettert wurde, als am 31. Oktober um 20 Uhr nur einer der beiden Jungen lebendig auf die Welt kam. Der zweite Sohn hatte sich in Steißlage befunden und obwohl der Arzt glaubte es würde alles gut gehen, übersah er einen entscheidenden Faktor, die etwas verkürzte Nabelschnur hatte sich um seinen Hals gewickelt, was dafür sorgte, dass ihm dank der verkehrten Lage, zu lange kein Sauerstoff zugeführt werden konnte. Der Junge verstarb wenige Minuten nachdem er den Mutterleib verlassen hatte.
Der erste der Beiden, zwar etwas zu leicht, aber andernfalls gesund, wurde in die Arme seiner Mutter gelegt. Doch Caroline war zu erschöpft und erschüttert durch die Geburt und den Verlust ihres zweiten Kindes, sodass es Victor, ihr Ehemann war, der der Krankenschwester den Namen, für den sie sich entschieden hatten mitteilen sollte. Victor jedoch, ebenfalls geschockt und mit den Nerven am Ende, konnte sich in jenem Moment bei bestem Willen nicht mehr daran erinnern, auf welchen Namen sie sich letzten Endes geeignet hatte und so entschied er sich spontan für den ersten Namen, der ihm in den Sinn kam. Er hatte, da er schon immer ein großer Fan von allem, was auch nur im Entferntesten mit Halloween zu tun hatte, war erst vor kurzem die Geschichte von „Sleepy Hollow“ gelesen und so kam es, dass dem Jungen der Name Ichabod, gegeben wurde.

Lange sollte Ichabod jedoch kein Einzelkind bleiben, denn etwa ein Jahr nach seiner Geburt kam sein jüngerer Bruder auf die Welt. Dieses Mal verlief die Geburt jedoch ohne Probleme. Victor und Caroline hatten sich entschieden auch ihrem zweiten Kind einen Namen aus einem literarischen Werk zu geben und entschlossen sich schließlich für 'Eugene' dem Charakter 'Eugene Wrayburn' aus Charles Dickens 'Our Mutual Friend' nachempfunden.
Die beiden Jungen wuchsen in Aberdeen – einer Hafenstadt im Nordosten Schottlands auf. Ichabod war stets der zurückgezogenere der beiden und nicht selten nahmen die Leute an, dass Eugene der ältere von ihnen wäre. Was vor allem in späteren Jahren daran lag, dass Ichabod ein paar Zentimeter kleiner als sein jüngerer Bruder sein sollte. Vielleicht lag es auch daran, dass Ichabod die babyblauen Augen ihrer Mutter geerbt hatte, während Eugene die in der Familie Galloway anscheinend typischen braunen Augen von der Seite ihres Vaters übernommen hatte. Wenn sich Besuch – besonders, wenn es sich dabei um vollkommen fremde Menschen handelte – im Haus aufhielt, versteckte Ichabod sich meist in seinem Zimmer oder ließ das Haus ganz hinter sich um irgendwo seine Ruhe zu finden. Nicht selten nahm er sich ein Buch mit um auf einer Bank oder einem von der Sonne gewärmten Stein in eine andere Welt zu versinken oder er spazierte ein paar Stunden am Strand entlang, bis er es wieder als sicher erachtete nach Hause zurückzukehren.
Mit den wenigen anderen Kindern in seinem alter, die er tatsächlich zu seinen Freunden zählte, traf er sich nur selten außerhalb der Schulzeit und dann meist auch nur, weil seine Mutter sich Sorgen machte, ihr Sohn könnte unter Umständen vereinsamen. Sie konnte wohl nie so richtig verstehen, dass Ichabod, für den die von seiner Mutter arrangierten Treffen nichts als Zeitvergeudung waren, gerne alleine war. Dass er es sogar bevorzugte seinen eigenen Gedanken nachhängen zu können ohne dem Gerede seiner gleichaltrigen lauschen zu müssen. Natürlich hin und wieder spielte er auch gerne mit den anderen Kindern, aber je mehr Zeit er mit anderen verbrachte, desto mehr Zeit brauchte er auch für sich. Einfach um seine Energie wieder schöpfen zu können.

Zuhause war das Leben allerdings meistens recht angenehm. Natürlich stritt er sich hin und wieder mit Eugene, wie es unter Geschwistern in den meisten Familien nun mal üblich war, aber alles in allem war sein Leben relativ ruhig. Die Familie war zwar nicht unbedingt reich, doch sie hatten genug Geld um sich keine Sorgen machen zu müssen und von ein paar Schürfwunden von etwaigen Stürzen von Fahrrädern und einem gebrochenem Handgelenk dank eines Sturzes auf der Treppe, konnte Ichabod eigentlich keine Verätzungen verzeichnen. Zumindest keine an die er sich heute noch erinnern würde.
Allerdings sollten die Dinge nicht immer so ruhig in bleiben. Menschen änderten sich nun einmal und Ichabod war da gewiss keine Ausnahme. Je mehr Zeit ins Land strich, desto stärker begannen sich seine eigenen Meinungen – sowohl im sozialen als auch im politischen Bereich – zu bilden. Meinungen, die stark von der eher konservativen Einstellung seiner Eltern abwichen. Vor allem mit seinem Vater geriet er immer häufig aneinander und als Ichabod schließlich 17 Jahre alt war verging kaum noch ein Tag, an dem nicht zumindest ein kleiner Streit zwischen ihm und seinen Eltern ausbrach. Manchmal provozierte Ichabod einen Streit, einfach weil ihm, in seiner jugendlichen Dummheit der Sinn danach stand. An anderen Tagen unterhielten sich seine Eltern bei Tisch und Ichabod konnte nicht anders als seine eigene Meinung einzuwerfen. Aus pubertärer Sturheit wurde das absolute Ablehnen jeglicher Ideologien, die seine Eltern vertraten, schließlich zur gänzlichen Entsagung seines Elternhauses.

Als er mit 18 Jahren schließlich sein Abschlusszeugnis in der Hand hatte, stand für ihn sein Plan fest. Er musste raus. Raus aus dem Haus seiner Eltern, raus aus Aberdeen, raus aus Schottland. Also packte er seine Sachen und zog, mit kaum mehr als der Kleidung an seiner Haut nach Amsterdam. In der niederländischen Hauptstadt angekommen, begann er in einem kleinen Buchladen zu arbeiten. Eigentlich konnte er sich nicht beschweren. Klar, er lebte nicht gerade in Saus und Braus, aber er hatte es auch nicht schlecht und als er schließlich einen Studienplatz in Biochemie erhielt, glaubte er fest daran seinen Platz gefunden zu haben.
Er beschloss sich nicht gänzlich von seinen Kommilitonen zu entfremden. Immerhin war er auch nach einem Jahr noch immer in einem fremden Land und auch wenn er die Sprache zu jenem Zeitpunkt bereits weitaus besser verstand und auch selbst sprechen konnte, war es doch noch immer Ratsam, jemanden zu haben, der im Notfall übersetzen konnte. Ichabod konnte bereits seinem Promotion am Horizont winken sehen. Doch es sollte nicht der Doktortitel sein, der seinem Studium ein Ende bereiten würde. Nein, Ichabod schaffte es nicht einmal bis zum Bachelor.
Wo er früher nur selten mit anderen Leuten unterwegs gewesen war, feierte er nun mit seinen Mitstudenten bis in die frühen Morgenstunden hinein. Wann genau er das erste mal mit Drogen in Kontakt kam, weiß er heute nicht mehr. Vermutlich hatte er sich die Erinnerung aus dem Gehirn gekifft. Er meint zu wissen, dass es mit Gras angefangen hatte und schließlich auf Koks und in wenigen Fällen sogar auf Heroin ausgeartet war.
Bald schon und scheinbar ohne dass er irgendetwas dagegen hätte er tun können, fand er sich in vollkommener Abhängigkeit von den Drogen, die den Alltag so viel erträglicher und süßer machten, wieder.

Die Abhängigkeit wurde immer schlimmer und Ichabod begann nicht nur sein Studium sondern zudem seine Arbeit zu vernachlässigen. Als er schließlich vollkommen zugedröhnt in dem Laden erschien, sah sein Boss sich gezwungen ihm fristlos zu kündigen. Ohne Job und noch immer in der Versuchung seine Abhängigkeit zu schüren, hatte er bald schon kein Geld mehr um seine Semesterkosten zu bewältigen. Vermutlich geschah alles gar nicht so schnell wie es Ichabod rückblickend vorkam, doch in seiner Erinnerung verlor er direkt nach seiner Kündigung nicht nur seinen Studienplatz sondern zudem seine Wohnung. Ohne Geld und ohne Schlafplatz fand sich Ichabod schließlich im Winter 1999 mit nur 21 Jahren auf der Straße wieder.

Doch der junge Mann sollte mehr Glück haben, als er verdient hatte. Eine Abends, als er vor dem Hauseingang eines Mehrfamilienhauses einschlief, nicht wissend, wann er das nächste Mal etwas zwischen die Zähne bekommen würde, wurde er von einem alten Mann entdeckt. Aus irgendeinem Grund, Ichabod kann es sich noch immer nicht erklären, hatte besagter alter Mann Mitleid mit ihm. Er nahm ihn mit zu sich nach Hause, gab ihm etwas zu Essen, frische Kleidung und ein Bett in dem er sich hinlegen und ein paar Stunden schlafen konnte. Am nächsten Morgen brachte er Ichabod, ohne dass dieser genau wusste was eigentlich passierte, in eine Entzugsklinik.

Anfangs war Ichabod alles andere als Begeistert davon, dass er gegen seinen Willen in diese Klinik gebracht worden war. Er wollte nicht einsehen, dass er ein Problem hatte, wollte nicht wahrhaben, dass er dringen Hilfe benötigte. Doch die Besuche des alten Mannes, der sich als Braam von Vliet vorstellte, gaben ihm aus irgendeinem Grund Kraft. Sie halfen ihm dabei sich darauf zu konzentrieren seine Sucht zu bekämpfen. Die Kontakt blieb während Ichabods gesammten Aufenthalt in der Klinik bestehen und als er schließlich entlassen wurde, bot Braam dem jungen Mann an, dass er bei ihm wohnen könnte. Anfangs wollte Ichabod das Angebot ausschlagen. Der alte Mann hatte schon genug für ihn getan, er könnte ihn unter keinen Umständen noch weiter belasten. Doch Braam bestand darauf. Er argumentierte damit, dass er ohnehin jemanden brauchte, der sich ein wenig um ihn kümmerte.
Also nahm Ichabod einen Job als Museumswächter an und zog in Braams geräumige Wohnung. In den 7 Jahren, die er bei dem alten Mann verbrachte, fand Ichabod einiges heraus. Nicht nur schien Braam ein berechtigtes Sümmchen auf dem Konto zu haben – Geld welches er zwar sparte, aber nicht auszugeben gedachte, sondern hinzukommend keinen einzigen Freunde hatte.
Er hatte im zweiten Weltkrieg gedient, wo er sein linkes Bein verloren hatte und war 10 Jahre lang verheiratet gewesen. So wie Ichabod es einschätzen konnte, hatte er seine Frau wirklich geliebt, zumindest wenn man davon ausging, wie er von ihr sprach. Sei war an einer Lungenentzündung gestorben und hatte Braam mit einem 6 Jährigem Sohn alleine gelassen. Doch auch dieser sollte nicht lange in dem Leben des Mannes bleiben. Eines Tages war er nicht mehr von der Schule nach Hause gekommen. Seit dem hatte ihn kein Mensch mehr gesehen und Braam wusste bis zu seinem Tod nicht, ob sein Sohn noch lebte oder schon seit vielen Jahren tot war.
Ichabod vermutet stark, dass Braam damals einiges von seinem Sohn in Ichabod sah und ihn deswegen bei sich aufnahm. Anders zumindest konnte er es sich nie erklären. Es war nicht immer einfach sich um den alten Mann zu kümmern. Braam konnte eine verbitterte Ader an den Tag legen und je älter er wurde, desto schlechter schien sein Kopf zu funktionieren. In den letzten Monaten nannte er Ichabod des öfteren aus versehen Thijs – der Name seines verschwunden Sohnes – was Ichabods Theorie nur noch verstärkte.

2006 verstarb Braam im Alter von 93 Jahren schließlich. Es war keinesfalls ein überraschender Tod. Ganz im Gegenteil. In den Tagen vor seinem Ableben hatte er darauf bestanden sich jeden Abend, kurz bevor er einschlief von Ichabod zu verabschieden. Vermutlich hatte er einfach Angst, dass er andernfalls nicht mehr dazu kommen würden.
Doch das Wissen um den bevorstehenden Tod machte die Sache keinesfalls einfacherer. Ichabod hing sehr an dem alten Mann, der ihm eine zweite Chance gegeben hatte und es viel ihm schwer sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er bald sterben würde. Braam wusste, dass es außer Ichabod ohnehin niemanden geben würde, der um ihn trauern würde und so vermachte er dem jungen Mann kurzerhand all sein Erspartes. Außerdem ließ er sich von Ichabod versprechen, dass er stark bleiben und weitermachen und nicht auf alte Mittel zurückgreifen würde.
Ichabod versprach es ihm. Schweren Herzens, denn jenes Gespräch fühlte sich schlichtweg viel zu endgültig an.
Als Braam schließlich entschlief, brach für Ichabod eine Welt zusammen. Es gab nichts mehr, dass ihn in Amsterdam hielt und so beschloss er seine Sachen zu packen. Mit dem Geld, dass er geerbt hatte zog er nach England. Er wollte einen Neuanfang in London wagen. Das, so glaubte er, war die einzige Möglichkeit sein Versprechen zu halten. Vielleicht, so glaubte er damals, würde er ja sogar eines Tages in der Lage sein den Kontakt zu seinen Eltern wieder aufzunehmen. Doch dazu sollte es nicht kommen.


2006 → 2018
London

In England angekommen ließ er sich zunächst in einem kleinen Apartment, nicht unähnlich dem, welches er zusammen mit Braam in Amsterdam bewohnt hatte nieder. Das geerbte Geld investierte er zum Teil an der Börse, legte aber einiges davon auch in Immobilien an und verstaute den Rest auf der Bank. So viel Geld in der Tasche zu haben war eindeutig Neuland für den jungen Mann und er wusste nicht so recht, wie er am Besten damit umgehen sollte.
Allerdings war das Geld nicht die einzige Sache, die Ichabod in jenen Tagen unruhig sein ließ. Getrieben vom Schmerz über den Verlust von Braam, stürzte sich Ichabod zunächst in die Einsamkeit. Er verließ kaum seine Wohnung und wenn doch, dann nur um Einkäufe zu erledigen. Das andauernde Alleinsein verstärkte die Trauer die Ichabod verspürte jedoch nur noch mehr und ehe er sich versah griff er zu altbekannten Mitteln um seine Gedanken zum Schweigen zu bringen. Es begann mit Alkohol, wie auch damals und als dieser keiner spürbare Wirkung mehr zeigte, kehrte Ichabod schließlich zu den Drogen zurück. Er wusste, dass Braam sich vermutlich im Grab umgedreht hätte – wenn er denn ein Grab gehabt hätte – wäre ihm bewusst, dass sein Schützling wieder bei Null angekommen war. Doch da Braam nun einmal kein Grab hatte, war alles was Ichabod tun musste, um die nagenden Gewissensbisse zu ignorieren, die Urne, in der die Asche des alten Mannes ruhten, in die hinterste Ecke seines Schrankes zu stellen und sie so aus seinen Gedanken zu verbannen.
Doch Ichabod konnte nichts gegen seinen erneuten Sturz tun. Es war als hätte er mit Braam jeglichen Grund die Kraft einen Rückfall zu vermeiden aufzubringen, verloren. Er hatte sich geändert, weil er das Gefühlt gehabt hatte für Braam da sein zu müssen. Nun da der alte Mann tot war, gab es nichts, das Ichabod noch davon abhielt nicht wieder in die wohltuende Umarmung des Rausches zu sinken.

Ganze zwei Jahre lang lebte er in London, zumindest wenn man sein Dasein damals als Leben bezeichnen könnte, ehe er zum zweiten Mal in seinen etwa 30 Jahren in einer Entzugsklinik landete. Die Polizei hatte ihn aufgelesen und in besagte Klinik gebracht, nachdem die Ausnüchterungszelle nicht sonderlich viel gebracht hatte.
In jenen Tagen war es auch, dass Ichabod nach etwa 12 Jahren seinen Bruder wiedersah. Auch wenn das Treffen nicht sonderlich angenehm verlief. Eugene war darüber informiert worden, dass sein Bruder kaum ansprechbar erst in ein normales Krankenhaus und schließlich in die Entzugsklinik eingeliefert worden war. Ichabod hatte bis dato seiner Familie noch nicht einmal von seiner Rückkehr in das Vereinigte Königreich erzählt. Er verweigerte den Kontakt zu Eugene. Nicht nur weil er sich dafür schämte, wo er gelandet war, sondern zudem weil er es nicht als wichtig erachtete Kontakt zu seiner Familie zu haben. Er war so lange ohne sie klargekommen. Sich nun auf ein Treffen einzulassen würde nur bedeuteten, dass er sich eingestehen würde, dass es falsch gewesen war, ihnen den Rücken zugekehrt zu haben und obgleich dies womöglich der Wahrheit entsprach so war Ichabod nicht gewillt es sich einzugestehen.
In der Klinik lernte er schließlich durch reinen Zufall einen Mann namens Harrison McAvoy kennen. Der ältere Mann war gerade dabei einen seiner Schützlinge zu besuchen und wie es das Schicksal – auch wenn Ichabod nicht wirklich an die Existenz eines solchen glaubte – so wollte, sollte der gebürtige Schotte eine dritte Chance erhalten. Entgegen seiner ersten Annahmen freundete er sich relativ schnell mit Harrison an. Er hatte etwas an sich, dass Ichabod all die Dinge in denen sie sich grundlegend unterschieden, ignorieren und sich von ihm auf eine irgendwie groteske, aber nicht gänzlich unwillkommene Art und Weise anziehen ließ. Vielleicht war es einfach die Tatsache, dass Harrison ohne mit der Wimper zu zucken bereit war Ichabod bei seinem zweiten Entzug zu helfen. Vielleicht war es aber auch einfach so, dass Ichabod, nach zwei Jahren der Einsamkeit sich tief im seinen Inneren nach einem guten Freunde sehnte. Irgendjemanden, der ihm den Rücken stärken konnte.
So oder so, mit Harrisons Hilfe konnte er an seinem Ziel arbeiten und bald stand er wieder, so hoffte und glaubte er zumindest, mit beiden Füßen fest auf der Erde. Mehr noch als das. Harrison bot ihm, als Ichabod schließlich aus der Klinik entlassen wurde, sogar an ein Geschäft mit ihm einzugehen. Der ältere Mann brauchte eine rechte Hand, jemanden dem er blind vertrauen konnte. Eine Stelle für die Ichabod wie gemacht schien. In jener Nacht erfuhr er von den Nachtigallen. Einer Gruppe von Dieben, denen Harrison scheinbar früher einmal angehört hatte und um die er sich heute kümmerte.

Für Ichabod bestand in dieser Hinsicht keine Frage. Er würde das Angebot annehmen. Nicht nur weil er ohnehin keine Arbeit hatte und sich sicher war, dass er von niemand anderem so schnell eingestellt werden würde, sondern ebenso weil er das Gefühl hatte, dass er Harrison auf diese Art und Weise seine Dankbarkeit zollen könnte. Seine Dankbarkeit dafür, dass der andere Mann ihm eine weitere Chance gegebene hatte, dass er ihm ein Drogenfreies Leben ermöglicht hatte.
Er verkaufte seine kleine Wohnung und beschloss stattdessen in eine seiner Immobilien – eine Stadtvilla in Kensington – zu ziehen.
Das Haus war groß. Viel zu groß für einen Mann allein, aber Ichabod tat es gut etwas zu haben um das er sich kümmern musste. Auch wenn es nur alte Wände und Möbel waren. Aus eben diesem Grund trat auch Oxford in sein Leben. Ichabods Therapeut – so ganz ohne traute er sich selbst doch nicht in einer Welt in der er relativ einfach an Alkohol kommen könnte – empfahl ihm, dass ein lebendes Wesen womöglich besser geeignet wäre als ein Haus. Also schaffte sich Ichabod einen Hund an. Oxford, ein irischer Wolfshund, war erst 6 Monate alt, als er aus dem Tierheim zu Ichabod kam und doch konnte man ihm anmerken, dass er in seinen jungen Tagen schon einiges hatte durchmachen müssen. Er war zurückhaltend, schreckhaft und Ichabod war sich nicht immer sicher, wie der Hund wohl auf Fremde reagieren würden, weswegen er ihn bei Spaziergängen immer genau im Blick hatte.

Auf einem solchen Spaziergang war es auch, dass er ein junges Mädchen, welches sich später als Valerie Bennett – auch wenn ihr eigentlicher Name nicht ganz so lautete – herausstellen sollte, kennen lernte. Sie war offensichtlich nicht aus London oder aus irgendeinem anderen Bereich des Vereinigten Königreiches und nach anfänglichen Verständigungsproblemen, stellte sich schnell heraus, dass sie genau so verloren war, wie Ichabod sich einige Jahre zuvor noch gefühlt hatte.
Er brachte sie zu den Nachtigallen und auch wenn Ichabod es nicht unbedingt zugeben würde, so schaffte sie es doch irgendwie sich den Weg in sein Herz zu wurmen.

Ein paar Jahre nachdem er Harrison kennen lernte, kam Ichabod durch ihn schließlich mit dessen Halbbruder in Kontakt. Alistair McCallum – ein gewaltiges Arschloch, zumindest wenn man Ichabod fragte, das wegen seiner offensichtlichen Zwangsstörungen einen guten Psychologen aufsuchen sollte, aber wer fragte schon Ichabod.
Die Zusammenkunft stand von Anfang an unter allem anderen als einem guten Stern. Während er zu Harrison vom ersten Moment an einen guten Draht gehabt hatte, so reichten die Emotionen die er dessen jüngerem Bruder gegenüber aufbringen konnte nur von apathischer Gleichgültigkeit zu tiefer Abneigung. Gefühle die, das merkte er ohne Zweifel, auf vollkommener Gegenseitigkeit basierten. Alistair schien ihn nicht einen Hauch mehr zu mögen, als Ichabod und wenn er ehrlich war, dann konnte er damit nur zu gut leben.
Trotz all ihrer Differenzen, oder vielleicht weil sie gar nicht so viele Differenzen hatten, wie sie sich das beide gerne einbilden würden, kamen sie schließlich in eine außerordentlich lukratives Geschäft. Die Nachtigallen kamen in London außerordentlich viel herum und waren nicht nur geschickt darin Menschen das Geld aus den Taschen zu ziehen sondern auch darin Gespräche zu überhören, die ihre Ohren eigentlich nichts angingen. Informationen, die sie an Ichabod weitertrugen, welche sie wiederum – gegen eine angemessene Bezahlung, so viel musste sein – an Alistair verkaufte. Dieser konnte sie dann nach Herzesslaune in dem Schundblatt, dass er seine Zeitung nannte, vermarkten.

Die Welt rückte mit jedem verstreichenden Jahr weiter ins Lot. Ichabod arbeitete mit den Halbbrüdern zusammen und kümmerte sich um seinen Hund sowie die Nachtigallen. In Harrison hatte er einen wahren Freund gefunden, der ihn zwar hin und wieder zu so nervtötenden Aktionen wie dem Sozialisieren zwang, auf den er sich aber ohne jegliche Frage verlassen konnte. Allerdings gab es da noch immer einen Faktor in Ichabods Leben, den er gekonnt ignorierte. Ein Faktor der nicht nur eines Tages in Form eines jungen Mädchens vor seiner Tür stand, sondern sich zudem „Familie“ schimpfte. In all den Jahren, die er nun schon in London lebte, hatte er nie den notwendigen Mut dazu aufgebracht, zum Telefonhörer zu greifen, oder wenigstens eine Email zu schreiben und seinen Eltern oder seinem Bruder davon zu berichten, wie es ihm ging. Es war nicht unwahrscheinlich, dass sie durchaus wussten, dass es ihm gut ging – als offizieller Investor des berühmten Nightingale Theatres, irgendwie musste seine wahre Arbeit schließlich getarnt werden, hatte man seinen Namen schon das ein oder andere Mal in der Zeitung lesen können – aber Ichabod hatte sich nie explizit bei ihnen gemeldet.
Aus diesem Grund meldete sich seine Familie einfach bei ihm. Bonnie Galloway hieß das Mädchen, das eines Tages auf seiner Fußmatte stand und ihn erwartungsvoll anblickte. Ichabod war zugegebener Maßen mehr als nur verwirrt. Doch wie er bald schlussfolgerte, zudem verschwendete sie keine Zeit damit ihm zu erzählen wie genau es um ihren Verwandtschaftsgrad bestand, musste sein Bruder in den vergangenen Jahren nicht nur eine Frau gefunden, sondern zudem eine Tochter gezeigt haben. Somit war Ichabod, für ihn praktisch gesehen über Nacht, nicht nur zu einem Onkel, sondern zudem, denn das verkündete das Mädchen voller Stolz, zu einem Patenonkel geworden. Warum genau sein Bruder darauf bestanden hatte ihn dazu zu machen, weiß Ichabod bis heute nicht. Auch hatte er nicht den Hauch einer Ahnung, dass man als Patenonkel anscheinend nichts zwangsläufig bei der Taufe anwesend sein musste.
Seit jenem Tag besuchte sie ihn mehr als nur ein paar Mal. Es ging sogar so weit, dass sie bald ihr eigenes Zimmer in dem alten Haus und irgendwann sogar einen Zweitschlüssel für die Haustür hatte. Zu seiner großen Überraschung verstand er sich außerordentlich gut mit seiner Nichte, auch wenn er es noch immer vermied ihrem Vater zu begegnen.


• schreibstil •
» [ ] erste Person ; [x] dritte Person ; [ ] ich passe mich an ; [ ] kürzere Posts ; [x] längere Posts ; [x] gemütlicher Poster ; [ ] Powerposter ; [ ] mal so, mal so





Die hier angegebenen Informationen sind weitestgehend lediglich Vorschläge. Baut so viele eigene Ideen ein wie ihr wollt oder verwerft was ich hier schreibe gänzlich. Lediglich was die Beziehungen und Alter angeht, würde ich darum bitten nicht zu sehr von dem hier geschriebenen abzuweichen. Ansonsten sind Geschichte, Soziale Schicht, Avatar und Geschlecht ganz euch überlassen. Ihr dürft aber auch gerne mit den Vorlagen hier arbeiten. Dafür sind sie immerhin da.

• name | alter | tätigkeit | sozialer rang •

» XX | 23 - 25 Jahre alt | deine Wahl - Veteran der Nightingales | Mittelschicht
» XY | 20 - 24 Jahre alt | Student - Veteran der Nightingales | untere Mittelschicht
» YY | 26 - 30 Jahre alt | deine Wahl - Veteran der Nightingales | Mittelschicht
» YZ | 18 - 20 Jahre alt | Schüler - Mentor der Nightingales | ursprünglich Oberschicht
» ZZ | 18 - 20 Jahre alt | Schüler - Mentor der Nightingales | Unterschicht

• beziehung •
» Ihr seid Mitglieder der Nigthingales und fungiert dort entweder als Mentoren oder Veteranen. Was einerseits bedeutet, dass ihr der Gruppe schon eine ganze Weile angehört andererseits aber auch ein gewisses Maß an Verantwortung voraussetzt. Allerdings steckt doch noch ein wenig mehr dahinter. Neben alledem, was mit eurem persönlichen Leben und der Diebesgilde einhergeht, übernehmt ihr für Ichabod noch eine weitere Aufgabe. Ihr seid seine kleinen Spitzel und Spione. Während euren Streifzügen und die verschiedenen Gebiete Londons, sammelt ihr Informationen, welche von Ichabod wiederum an Alistair McCallum und dessen Zeitung weitergegeben werden.
Im Gegenzug genießt ihr weit mehr als nur Ichabods vollstes Vertrauen. Euch ist, solange ihr eure Aufgaben gewissenhaft und ordentlich erledigt, nicht nur seine private finanzielle Unterstützung zugesagt, sondern ihr steht zudem in direktem Kontakt zu ihm. Euch ist zudem, als einzigen der Gilde, erlaubt ihn in seinem Haus in Kensington aufzusuchen und dort, oder in einem seiner anderen erworbenen Immobilien, Schutz zu suchen, solltet ihr aus irgendeinem Grund für eine Weile untertauchen müssen.


• gemeinsame geschichte •
» XX kam vor 10 Jahren zu den Nightingales. Sie war illegal nach London gekommen und hatte absolut keine Ahnung, wie sie sich alleine in diesem Land zurechtfinden sollte. Ichabod, der etwas zur selben Zeit die Leitung der Nachtigallen übernahm sah jedoch schnell das Potential in dem jungen Mädchen. Er besorgte ihr einen gefälschten Pass und sorgte dafür, dass sie in einem Sprachkurs die englischen Sprache erlernte. Von all seinen Schützlingen kommt sie einer Art Ziehtochter wohl eindeutig am nächsten.

» XY wurde ein Teil der Nightingales, als sie gerade einmal 6 Jahre alt war. Damit ist sie inzwischen nicht nur eines der längsten Mitglieder sondern war zudem auch schon dort, bevor Ichabod selbst die Gilde kennen lernte. Sie stammte aus sehr armen Verhältnissen doch verfügte schon in frühen Jahren über eine enorme Intelligenz, weswegen sie ihren Schulabschluss bereits mit 16 Jahren schaffte. Nach diesen Jahren begann sie sich immer weiter hoch zu arbeiten, nicht gewillt sich von ihrer Herkunft aufhalten zu lassen. Den Kontakt zu den Nachtigallen behielt sie jedoch durchgängig bei. Sie waren die einzige Familie, die sie je gekannt hatte und sie ist nicht gewillt diese so schnell aufzugeben.

» YY ist nicht nur einer der ältesten Mitglieder der Nitghingales sondern arbeitet zudem auch schon am längsten für Ichabod. Aus diesem Grund ist er, nach Harrison McAvoy auch einer seiner engsten Vertrauten. Er schloss sich den Nachtigallen in seiner Jugend an und entschloss sich auch nach seinem Schulabschluss weiter für die jüngeren Mitglieder da zu sein. Nach allem was die Gilde für ihn getan hatte, hatte er das Gefühl sie irgendwie beschützen zu müssen. Dies war nicht immer einfach, vor allem da er nebenher noch einen eigenen Job gefunden hatte, aber irgendwie schaffte er es alles unter einen Hut zu bekommen,

» Davon, dass das Leben in der Oberschicht nicht immer rosa rot ist, kann YZ ein Lied singen. Er kam als uneheliches Kind seiner Mutter auf die Welt, doch da diese sich, ihrer Psyche wegen nicht um ihren Sohn kümmern konnte, wuchs er stattdessen bei seinen streng konservativen Großeltern in Kensington auf. An sich hatte er alles was man sich als jugendlicher wünschen konnte und vielleicht hätte er ein glückliches Leben geführt, wenn da nicht die Sache seiner Sexualität gewesen wäre. Etwas das er vor allem vor seinem Großvater, für den alle Homosexuellen beinahe schon als Antichrist durchgingen, stark geheim halten musste. Er schloss sich den Nachtigallen nach einem Streit an. Dabei war besagtes Thema zur Sprache gekommen und sein Großvater hatte ihn kurzerhand auf die Straße gesetzt. Damals war er gerade einmal 14 gewesen.

» Als älteste von 5 Geschwistern hatte ZZ, deren Mutter sich nicht weniger um die Kinder, die sie in die Welt gesetzt hatte kümmern könnte, es gewiss nicht immer einfach. Dies war auch der Grund, weswegen sie nicht mit der Wimper zuckte, als ihr angeboten wurde, sich den Nachtigallen anzuschließen. Zwar ist das Leben noch immer nicht einfach, aber zumindest muss sie sich nicht mehr ganz alleine um ihre kleinen Geschwister kümmern. Ichabod sah damals das große Verantwortungsbewusstsein in ihr und bot ihr deswegen die Position als Informantin an.


• spiegelbild •

» Letitia Wright» Ludi Lin» Ashton Sanders» Zandaya Coleman

• probepost •
» [ ] aus Sicht des Charakters ; [ ] ein alter Post ist ausreichend ; [xx] wird bei Bewerbung entschieden ; [ ] probeplay ; [ ] nein

• anmerkungen •
» In erster Linie wünsche ich mir natürlich Interesse. Es ist immer schade, wenn sich jemand auf ein Gesuch bewirbt, sich dann aber kaum noch meldet. Hinzukommend würde ich gerne sehen, dass du dir bei dem Charakter Gedanken gemacht hast. Natürlich muss ihre Hintergrundgeschichte kein Roman sein aber 200 Wörter reichen mir definitiv nicht. Auch nach der Anmeldung fände ich es schön, wenn man merkt, dass mehr dahinter steckt als nur die Reaktion auf ein Gesuch. Immerhin soll der Charakter nicht vollkommen von Ichabod abhängig sein und auch ein Leben ohne ihn führen können.
Ich habe kein Problem damit auch mal länger auf einen Post zu warten. Und 24/7 musst du natürlich nicht online sein. Das kann ich immerhin auch nicht und da würde einem vermutlich irgendwann auch der Spaß vergehen. Alles in allem wünsche ich mir einfach ein schönes Forenerlebnis mit dir. ()






"I think the honorable thing for our species to do is to deny our programming. Stop reproducing, walk hand in hand into extinction."

zuletzt bearbeitet 01.05.2019 10:52 | nach oben springen


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