Willkommen in London, meine Damen und Herren - Eine der bedeutendsten Metropolen dieser Welt! Hier gibt es eine Menge zu Erleben für Jedermann, glauben Sie mir. Haben Sie sich schon den Big Ben angesehen? Haben Sie versucht, die Grenadier Guards vor dem Buckingham Palace zum Lachen zu bringen? Vielleicht gehören Sie auch zu der Art Touristen, die sich in diese Stadt verlieben und nie wieder gehen? Viele kamen in unsere Stadt, sie haben hier geliebt, gelebt, gelacht und gelitten. Hier gab es bereits tausende Geschichten und es wird noch etliche tausend weitere hier geben. Vielleicht gehört Ihre bald auch dazu? Die Steine der Straßen sind getränkt mit Tränen, Blut und Schweiß von all den Menschen, die hier wandelten. Londons Seiten sind nicht nur sonnig, meine Damen und Herren, nein, das sind sie wahrlich nicht. In der hiesigen Zeitung, The Chronicle - die größte unserer Stadt - lesen wir jeden Tag von den Verbrechen, die diverse Banden hier begehen. In den dunkelsten Gassen schleichen sie sich herum, aber nicht nur dort, selbst auf der Sonnenseite lassen sie sich blicken. Haben Sie den feinen Herren mit dem Anzug gesehen? Haben Sie gewusst, das er der Kopf einer der größten Banden hier ist? Sogar die Reichen unter uns tragen keine weiße Weste. Aber es ist schließlich gemeinhin bekannt, dass die wenigsten so unschuldig sind, wie sie sich geben, nicht wahr? Wobei, wenn man so darüber nachdenkt, was ist schon gut und was ist schlecht? Liegt die Beurteilung dessen nicht ganz im Auge des Betrachters? So zumindest versuchen Viele, die sich ihr Brot mit Machenschaften im sogenannten 'Schattengeschäft' verdienen, ihre Taten zu rechtfertigen. Und dennoch oder vielleicht gerade deshalb wollen wir doch immer an Diejenigen appellieren, die auf der Seite des Lichts wandeln und mit Optimismus und Positivität durchs Leben gehen, denn sind es nicht genau diese, die uns das Leben erst lebenswert machen? Nicht nur Menschen, natürlich, auch oder vielmehr vor allem ihre Taten vermögen es, unsere Geschichten mit Farbe zu füllen, mit Melodien, mit Zeilen des Lebens. Aber vorsichtig, meine Damen und Herren, wohin Sie auch gehen, seien Sie aufmerksam, denn jeder Schritt in dieser Stadt schreibt Geschichte. Wie wird sich die Ihrige gestalten?

Wir schreiben das Jahr 2019.
September bis Dezember




Xobor RPG; Szenentrennung

Real Life RPG - London

empfohlen ab 18 / L3S3V3

Seit Oktober 2018

#1

"we're the kings and queens of this town" ♔ cursed youth / "friends" {0/6}

in Unisex 05.10.2019 11:37
von Henry Somerset | 354 Beiträge

BASIC FACTS

▪ Henry Lorne Somerset | 22 Jahre | Student » Englische Literatur | Oberschicht ▪
▪ Colin Hamish Folan | 22 Jahre | Student » Philosophie | Oberschicht ▪



FACECLAIM

▪ Douglas Booth ▪

▪ Ben Hardy ▪



STORYLINE

↓ Weil Xobors Zeichenbegrenzung etwas gegen die Länge unserer Storylines einzuwenden hatte, findet ihr diese im Beitrag drunter ↓


SCHREIBSTIL

▪ [ ] Erste Person | [ x ] Dritte Person | [ ] Unterschiedlich/Ich passe mich an ▪
COLIN
Colin war sich nicht sicher, wie viel Zeit vergangen war, seit sich auch der hartnäckigste von Henrys Cousins zu Bett begeben hatte und er selbst mit dem jungen Lord zurückgeblieben war. Ruhe war in dem Kaminzimmer eingekehrt. Eine Ruhe, welche nur durch das Knacken der Holzscheite untermalt wurde. Colin und Henry hatten kein Wort gewechselt, seit sie alleine gelassen worden waren, doch es herrschte kein unangenehmen Schweigen. Immerhin war es nicht so als hätten sie sich nichts zu sagen, sondern viel mehr, dass sie wählten die Gespräche für eine Weile ruhen zu lassen.
Das Buch, mit dem sich Colin zuvor noch beschäftigt hatte, es handelte sich dabei um Moby Dick von Herman Melville, hing nun lediglich unbeachtet zwischen seinen schlaffen Fingern. Der junge Mann hatte sich auf eines der alten mit Samt überzogenen Sofas gesetzt und dort für eine Weile gelesen. Irgendwann binnen der letzten Stunden hatte er den Kopf gehoben und den Blick aus einem der großem Fenster gerichtet, wobei er seinen Hals leicht hatte drehen müssen – vermutlich würde er schon bald über eine Verspannung klagen können – und das Buch in seinen Händen vollkommen vergessen.
Ja, Colin war so in seine Gedanken versunken gewesen, dass er nicht einmal gemerkt hatte, wie die Zeit verstrichen war. Und Zeit war definitiv verstrichen, denn wenn er sich nicht täuschte begann der Himmel im Osten bereits aufzuklären. Das Dunkel der Nacht machte langsam aber sicher dem Blau eines neuen Tages platz. Es musste mittlerweile in den frühen Morgenstunden sein. Vielleicht, überlegte Colin, war er für eine kurze Zeit eingenickt und hatte es nur nicht wirklich gemerkt. Das zumindest würde die schnell verstrichenen Stunden erklären. Auf der anderen Seite war Zeit ein Konstrukt, das nur erschaffen wurde um dazustellen, dass nicht alle Dinge im gleichen Augenblick passierten, und da Colin sich in dieser Stille durchaus Wohl gefühlt hatte war es ihm womöglich einfach nur viel kürzer vorgekommen, als es eigentlich gewesen war. Die Sache mit der Relativität war wirklich faszinierend.
Wenn Colin sich ein wenig mehr für Physik interessieren würde, könnte er sich sogar vorstellen ein paar Kurse in diesem Bereich zu belegen, doch seine Mathematikkenntnisse, die zwar nicht sonderlich schlecht waren, auf der anderen Seite jedoch auch nicht erstklassig, währen dafür wohl ohnehin nicht ausreichend.

Colin lehnte den Kopf in den Nacken, bis dieser knackte und strich sich dann mit der Hand, die nicht noch immer das Buch hielt, über sein Gesicht. Inzwischen war er sich ziemlich sicher, dass er zumindest ein paar Minuten geschlummert hatte. Zumindest war sein Kopf benebelt genug – und er hat kaum etwas Getrunken, also konnte es nicht daran liegen – um nicht richtig wach zu sein.
Moby Dick wurde neben ihm auf das Sofa gelegt und Colin blickte sich in dem großen Zimmer um. Sein Blick glitt über die verzierten Wände und Möbel, bis er schließlich an Henry, der auf der gegenüberliegende Seite des Raumes ebenfalls auf einem Sofa platz genommen hatte und noch immer eines der Gläser, welches mit dem berühmten Folan Whisky gefüllt war, in der Hand hielt, hängen blieb. Für ein paar Sekunden behielt Colin das Schweigen bei. Er benötigte ein wenig um sich aus der Welt seiner Gedanken wieder ihm hier und jetzt einzufinden.
„Wie spät ist es?“ Seine Frage klang in der nun gebrochenen Ruhe misstönend und Colin räusperte sich kurz, wie um das Stören des unausgesprochenem Abkommen ihres gemeinsamen Schweigens zu entschuldigen.
Er hatte einen unangenehmen Geschmack auf der Zunge und nach ein paar Sekunden des Überlegens, ob er tatsächlich bereit war aufzustehen, entschied er sich, sich zu einem der kleinen Beistelltische zu begeben. Dort schenkte er sich, mit ein paar trägen Bewegungen – sein Körper war alles andere als Begeistert von seinem Entschluss sich zu erheben – aus einer der gläsernen Karaffen, ein wenig Wasser in ein Glas. Er könnte es Henry mit dem Whisky gleich tun, aber im Moment war Wasser eindeutig mehr nach seinem Geschmack.



HENRY
Das Feuer im Kamin hatte sich inzwischen zu einer kleinen Glut verflüchtigt, die trotz ihrer geringen Größe noch immer einiges an Wärme abgab. Oft war es tatsächlich eher die Glut als das Feuer selbst, die die wirklich heißen Temperaturen von sich gab, wobei ein Feuer wiederum schöner anzusehen war. In einem Feuer konnte man immer noch Bewegung sehen, das sinnbildliche Leben, eine Glut hingegen war mit Schlaf gleichzusetzen. Sollte man dies nun als Zeichen deuten, dass auch sie schlafen gehen sollten? Oder machte Henry sich lediglich zu viele Gedanken um dieses belanglose Bild, welches sich ihm bot? Wahrscheinlich hatten die wenigen Semester seines Philosophie-Studiums doch noch ihre Spuren hinterlassen…
Der junge Lord legte seinen Kopf nach hinten, lehnte ihn gegen die Armlehne des Sofas, auf welchem er sich ausgebreitet hatte. Noch immer trug er seine Schuhe an den Füßen, doch konnte er sich aus welchem Grund auch immer nicht dazu aufraffen, sie auszuziehen. Wenn man sich derart lange daran versuchte, die Nacht zum Tag zu machen schien es, als würde man in eine ganz eigene Welt hineinrutschen, eine Welt, die nur Denjenigen gehörte, die den Moment des tranceartigen Wachzustands mit einem teilten und da kümmerte es nicht, wie lange dieser Moment andauerte.
Henrys und Colins Moment schien sich nun schon über einige Stunden zu ziehen. Währenddessen hatte Henrys Glas, noch immer halb mit Whiskey gefüllt, kaum Beachtung von ihm gefunden. Nun gut, hin und wieder hatte er doch das Verlangen gehabt, sich die Zunge zu befeuchten, aber nicht wirklich aus dem Wunsch heraus, sich weiterhin vom Alkohol benebeln zu lassen oder seinen Durst zu stillen. Man konnte es viel eher mit einer impulsartigen Bewegung vergleichen, wie man sich ein Haar aus dem Gesicht strich oder sich bei starkem Wind die Augen rieb.

Im Allgemeinen war Henry kein Freund davon, mit seinen Gedanken allein gelassen zu werden, doch so wie er hier mit Colin saß, musste er sich doch eingestehen, dass die Atmosphäre, die sich in dem Kaminzimmer während der vergangenen Stunden gebildet hatte, doch überaus angenehm zu beschreiben war. Er konnte sich nicht entsinnen, wann er zuletzt das Wort mit Colin gewechselt hatte, aber die Stille, die derzeit zwischen ihnen herrschte, war keinesfalls von der unangenehmen gar peinlichen Sorte. Sie war gerade angemessen und Henry spürte erst jetzt wieder, dass er sie letztendlich durchbrechen wollte. Bevor er dies jedoch tun konnte, hatte sein liebster Ire bereits das Wort erhoben.
„Wie spät ist es?“
Henry musterte Colin für einen Moment, bevor er zu der hölzernen Standuhr deutete, die ein Eck des Zimmers für sich beanspruchte. 5.12 Uhr.
„Heute scheinen wir uns wieder einmal selbst übertroffen zu haben, hm?“ Was nicht stimmte. Es hatte bereits zahlreiche Nächte gegeben, in denen sie Beide, teils nur zu zweit, teils aber auch mit den Anderen noch wach gewesen waren, als das Frühstück schon aufgetischt wurde. Die Bediensteten wunderten sich inzwischen schon gar nicht mehr, grüßten lediglich mit der ewig monotonen Freundlichkeit, die ihnen anheim war und gingen ihren Aufgaben nach. Ihm konnte es nur recht sein, wenn sie die Kunst, unbemerkt zu bleiben perfektionierten.

Schließlich erhob er sich in einer einzigen fließenden Bewegung, ein rätselhaftes Lächeln auf den Lippen, bevor er sein Glas auf den Tisch neben dem Sofa abstellte und zu dem mittleren der drei großen Fenster, durch die das morgendliche Licht in das Zimmer fiel, schlenderte.
„Was hältst du davon, wenn wir uns ein wenig an den Melodien der Vögel ergötzen?“ Aus seinem Ton troff der Sarkasmus, doch ohne weiter zu zögern, drückte er die Klinke des hohen Fensters herunter und stieß es auf, sodass die kühle Morgenluft einem brutalen Angriff gleich hereinströmen konnte. Diese Überflutung entlockte dem jungen Lord ein heiteres Lachen, während er in einem Anflug kindlicher Freude seine Arme ausstreckte und die frische Luft in seine Lungen sog.
„Verzeih mir diesen regelrechten Überfall, mein Freund, aber ich sah es an der Zeit, dieser Trägheit etwas Einhalt zu gebieten.“


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"Friends" (notice the quotation marks!)
»nothing can be as fake as this friendship«
♪ listen closely, darling



BASIC FACTS

Zur besseren Übersicht haben wir jedem gesuchten Charakter einen Spitznamen gegeben, unter dem dieser hier beschrieben wird, natürlich sind diese Spitznamen keineswegs festgeschrieben, sondern dienen lediglich als Anhaltspunkt.

Casanova: ▪ Name: freigestellt, sollte adeligen Ursprungs sein | 23 Jahre | Mitglied der Cursed Crew; anderweitige Tätigkeiten freigestellt | Oberschicht ▪

Angel Eyes: ▪ Name: freigestellt, möglicherweise adeligen Ursprungs | 22 Jahre | Mitglied der Cursed Crew; anderweitige Tätigkeiten freigestellt | Oberschicht ▪

Ice Ice Baby: ▪ Name: freigestellt; gleicher Nachname wie "Salty" | 20 Jahre | Mitglied der Cursed Crew; anderweitige Tätigkeiten freigestellt | Oberschicht ▪

Salty: ▪ Name: freigestellt; gleicher Nachname wie "Ice Ice Baby" | 22 Jahre | Mitglied der Cursed Crew; anderweitige Tätigkeiten freigestellt | Oberschicht ▪

Queen B: ▪ Name: freigestellt, sollte adeligen Ursprungs sein | 23 Jahre | Mitglied der Cursed Crew; anderweitige Tätigkeiten freigestellt | Oberschicht ▪

Femme Fatale: ▪ Name: freigestellt, möglicherweise amerikanisch | 21 Jahre | Mitglied der Cursed Crew; anderweitige Tätigkeiten freigestellt | Oberschicht ▪



FACECLAIM

Die folgenden Avatare sind lediglich Vorschläge, die wir uns passend zu unseren Vorstellungen der einzelnen Charaktere zusammengesucht haben. Natürlich würden wir uns sehr freuen, sollten welche dieser Vorschläge angenommen werden, aber natürlich lassen wir auch gerne mit uns reden bezüglich eigener Vorschläge. Ein kleines Veto möchten wir uns aber dennoch beibehalten.
Casanova ▪ Francisco Lachowski oder Alex Fitzalan ▪


Angel Eyes ▪ Tom Glynn-Carney oder Daniel Sharman ▪


Ice Ice Baby ▪ Lucky Blue Smith oder Maxence Danet-Fauvel ▪


Salty ▪ Pyper America Smith oder Willa Holland ▪


Queen B ▪ Ester Expósito oder Christian Serratos ▪


Femme Fatale ▪ Bella Hadid oder Nicola Peltz ▪





GEMEINSAME STORYLINE


Die neue Generation der Cursed Crew - reich, verwöhnt und auf Konfrontation aus. Das sind sie, die "jungen Wilden". Sie alle teilen einen Gedanken - sie sind etwas Besseres. Als Teil der Oberschicht, der gesellschaftlichen Elite sehen sie sich als erhaben, als Götter auf Erden. Sie sind der Meinung die Welt läge ihnen zu Füßen, würde vor ihnen knien wie ein ungezogener Untertan, der um Vergebung bittet. Niemand bringt den Mut auf, ihnen klar zu machen, dass ihr Verhalten falsch ist. Für sie zumindest fühlt es sich richtig an. Sie können alles tun und lassen was sie wollen, schließlich gibt es Niemanden, der sie aufhalten würde, oder nicht?
Die "jungen Wilden" sind Teil der Cursed Crew, ihr Beitritt liegt noch nicht allzu lange zurück. Durch Henry oder vielmehr dessen Cousin sind sie mit der Crew in Verbindung geraten und gemeinsam fassten sie den Entschluss, nach ihrem Abschluss ebenjener Crew beizutreten. Natürlich, manche von ihnen waren Nachzügler, schließlich hatten nicht alle im gleichen Jahr ihren Abschluss, doch inzwischen hat sich jeder von ihnen unter den Crewmitgliedern eingefunden und obgleich ihre Vorfreude anfangs groß war, müssen sie sich inzwischen eingestehen, dass es einige Aspekte an der Crew gibt, mit denen sie unzufrieden sind. Wo ist die Tradition hin? In ihren Ursprungsjahren sind die 'Cursed', die Verdammten, noch mit Degen und Schwertern bewaffnet auf alles losgegangen, was sich bewegte, ganz einfach weil sie es konnten und weil sie Gefallen an der Macht fanden, die dies ihnen brachte. Manche vielleicht auch aus reinem Blutdurst. Sie machten ihrer Abneigung gegenüber den 'Minderbemittelten' Luft. Diese Zeiten waren glorreich, warum also bestand die Crew inzwischen nur noch aus stinkreichen Männern, die auf ihren faulen Ärschen hockten und lediglich missbilligende Blicke auf ihre 'Untertanen' warfen? Die "jungen Wilden" sind also hier, um die Crew wieder zu ihrem Ursprung zurückzuführen. Ob das den alten Herren gefällt ist dabei einerlei. Sie leben ihre Leidenschaft aus, ihre Freude am Chaos, ihre Macht.
Kennengelernt haben sie sich alle in der Schule inmitten der englischen Hauptstadt - London. Und obgleich man ihre Freundschaft kaum als solche bezeichnen kann - schließlich würden sie sich bei jeder guten Gelegenheit, die sich ihnen bietet, in den Rücken fallen - haben sie sich als Gruppe, als Einheit zusammengefunden und schon zu Schulzeiten die Stadt unsicher gemacht. Kaum einer von ihnen schenkt wirklicher freundschaftlicher Bindung sonderlich viel Wertung, doch oberflächlich sieht es zumindest so aus, als wären sie Eins. Immerhin teilen sie ihre Ansichten auf die Welt. Sie sind die Elite, sie sind perfekt, sie sind unantastbar. Doch nicht alles scheint so wie es ist, schließlich können nicht alle von ihnen gleich sein. Meist hieß es immer, was Henry meinte war das Richtige, doch jeder besitzt schließlich seinen eigenen Kopf und ob letztlich nicht doch eine Bombe hochgehen wird, wenn irgendjemand seinen Kopf durchsetzen möchte, bleibt ungewiss. Oder vielleicht wird auch den alteingesessenen Mitgliedern der Crew der ganze jugendliche Übermut zu viel und sie schieben ihrem Schabernack endgültig den Riegel vor? Die Zukunft konnte noch niemand voraussagen, doch den Ansichten Henrys nach glaubt er ganz einfach nicht an Konsequenzen, was gibt es also zu verlieren?



EIGENSCHAFTEN

Die folgenden Beschreibungen sind grobe Richtlinien der Vorstellungen, die wir von den einzelnen Charakteren haben. Natürlich ist nichts davon in Stein gemeißelt und wir begrüßen jederzeit Eigeninitiative, doch sollten die einzelnen Charaktere zumindest der beschriebenen Richtung verfolgen.

♕ CASANOVA » "legend says he's had more people in his bed than Hugh Hefner and he's only in his twenties!"
'Casa' ist der Aufreißer schlechthin. Er weiß, wie er die Person seiner Begierde bekommen kann und er weiß, dass er sie bekommt. Mit seinen 23 Jahren ist er der Älteste der Truppe, ebenso hochgeboren wie Henry und diesem in vielerlei Hinsicht ähnlich. Ursprünglich hätte man die Beiden eigentlich als beste Freunde beschreiben können, schließlich kannten sie sich seit frühester Kindheit, wuchsen in den gleichen Kreisen auf und teilten ihre Jugend miteinander, doch nachdem Colin Teil der Truppe wurde und 'Casa' schließlich ein Jahr vor den anderen seinen Abschluss machte, schien es so, als würde der Ire den Platz von Henrys bestem Freund (wenn man es denn überhaupt so nennen konnte) oder vielmehr seiner "rechten Hand" ersetzen. Seitdem existiert eine gewisse Rivalität zwischen 'Casa' und Colin, die Potential für eine Eskalation hat. Neben dieser Rivalität scheint 'Casa' allerdings noch ganz andere Probleme zu haben, da er stets die offensichtliche Anziehung zwischen ihm und 'Queen B' zu verleugnen scheint. Was genau dahinter steckt, wissen wohl nur die Beiden...

♕ ANGEL EYES » "don't let those big blue eyes fool you ... he's not actually an angel"
Wenn Jemand eine gespaltene Zunge hat, dann ist er das - 'Angel'. Er versteht sich wie kein Zweiter darauf, zuckersüße Worte über seine Lippen fließen zu lassen, während er gleichzeitig Gift spuckt. Und 'Angel' ist sich seiner Wirkung, seiner gesamten Ausstrahlung durchaus bewusst. Oft neigt der 22-Jährige zu besserwisserischem Verhalten, wobei er sich das tatsächlich leisten kann, denn sein Wissen ist beachtlich. Die Leute fragen sich immer wieder, woher er das eigentlich hat. Vielleicht liegt es daran, dass auch er aus adeligem Hause stammt und deshalb eine ausgesprochen gute Bildung genießen durfte? Zumindest so seine Worte. Er achtet stets auf seine Ausstrahlung, die Wirkung, die er auf andere hat. Seine Züge sind gezielt gesetzt und hinter jeder Handlung liegen präzise durchdachte Strategien. Seinem Charme kann selten Jemand widerstehen und so manche Mutter würde ihn sich wohl als Schwiegersohn wünschen, unwissend ob der Tatsache, dass er eigentlich eine Schlange ist.

♕ ICE ICE BABY » "if looks could kill ... do I have to say more?"
Von allen ist 'Ice' wohl der zurückhaltendste oder vielmehr ruhigste, doch das liegt keineswegs daran, dass er schüchtern ist. Ganz im Gegenteil, er verfügt - ebenso wie seine ältere Schwester 'Salty' - über ein gesundes Selbstbewusstsein, nur sieht er zumeist nicht unbedingt die Notwendigkeit, wie gewisse andere Personen seine Gedanken stets verlauten zu lassen. Der 20-Jährige - von allen noch dazu der Jüngste wohlgemerkt - bleibt des Öfteren für sich und lässt sich meist von seiner Schwester mitziehen. Auf Viele wirkt er kühl, obgleich das auf einige eine gewisse Anziehungskraft zu haben scheint. Anders als 'Angel' oder 'Casa' sind 'Ice' und seine Schwester nicht aus adeligem Hause, dafür sind sie die Sprösslinge eines steinreichen Hotelmoguls, der seine Hotelkette auf der ganzen Welt etabliert hat. Teil der Oberschicht sind sie mit dem gigantischen Reichtum, den ihnen diese Hotels einbringt, also definitiv.

♔ SALTY » "she may look like sweetpea but she's actually salty AF"
Bei 'Salty' ist der Name Programm und wenn euch der Name nichts sagt, dann schlagt es bei Urban Dictionary nach! Sie kann sehr leicht in Rage geraten und lässt das auch dementsprechend heraus. Nichts da von dem süßen kleinen Ebenbild eines Engels, den man zuerst bei ihr erwartet, in Wirklichkeit scheint sich in ihr nämlich eine Furie zu befinden. Die 22-Jährige ist definitiv die Temperamentvollste der ganzen Truppe - nun gut, mit Colin kann sie sich ganz gut messen - und ist sich auch nicht zu schade, mal ordentlich auf den Tisch zu hauen, wenn es sein muss. Obwohl sie bei Weitem nicht die Älteste ist, sieht man aus ihr doch sehr oft die große Schwester herausblitzen, denn obgleich sie meist keinen unbedingt netten Ton für ihre sogenannten Freunde parat hat, wird sie doch fuchsteufelswild, sobald jemand anderes ein schlechtes Wort über sie verliert. 'Salty' besitzt keinen Kopf-zu-Mund-Filter, weshalb gerade ihr kleiner Bruder 'Ice' sie oftmals etwas zurückzuhalten versucht - meist vergeblich.

♔ QUEEN B » "if there's someone born to be queen she has to be it!"
Blaublütiger als 'Queen B' geht's wohl kaum mehr. Einer altehrwürdigen Adelsfamilie entstammend hat die inzwischen 23-Jährige nie ein anderes Leben kennengelernt als das des Reichtums und der Macht. Sie weiß, zu was sie fähig ist und nutzt diese Fähigkeiten auch überaus gerne aus. Man könnte sie als Strippenzieherin in vielerlei Hinsicht bezeichnen. Sie versteht sich darauf, Informationen über andere gegen sie zu verwenden und macht gerne von ihrer insgeheimen Devise "spill the tea" Gebrauch. Wenn es eines gibt, das man über 'Queen B' wissen sollte, dann ist das, dass sie immer bekommt, was sie verlangt und wehe dem, der es ihr nicht gibt! Gemeinsam mit 'Casa' machte sie ein Jahr vor den Anderen ihren Schulabschluss und man munkelt, dass sich zwischen den Beiden etwas entwickelt hat, doch zugeben würde das keiner der Beiden. Ob es mehr ist als nur eine flüchtige Bettgeschichte bleibt ungewiss...

♔ FEMME FATALE » "she breaks hearts like she breaks eye-contact - without hesitation."
'Femme' scheint mit ihren 21 Jahren eigentlich noch zu jung, um als wirkliche "Femme Fatale" bezeichnet zu werden, doch wenn man sie erst einmal trifft, wird klar, weshalb ihr dieser Titel ohne Zweifel zusteht. Schon immer schien sie ein Händchen dafür zu haben, Herzen zu brechen. Ernsthafte romantische Gefühle sind das Letzte was sie will. Sie verlangt es lediglich nach dem Spiel, nach der Leidenschaft und dem Feuer und um das zu erhalten, nimmt sie sich gerne mal den ein oder anderen Spielgefährten (oder auch eine SpielgefährtIN?). 'Femme' kommt ursprünglich aus den Staaten - New York um genau zu sein -, befindet sich inzwischen aber bereits seit einigen Jahren in England, nachdem ihre Eltern, die aufgrund ihrer Arbeit als renommierte Modedesigner kaum Zeit für sie aufbringen konnten, sie dort auf ein Internat steckten. In ihr steckt Klasse, in ihr steckt Temperament, aber vor allem steckt in ihr eine wahre Verführungskünstlerin.


Anmerkung: Obgleich einige der hier aufgeführten Persönlichkeiten aus adeligen Kreisen stammen, bitten wir, es zu vermeiden, Royals zu erstellen. Es ist natürlich möglich (wie man unschwer an Henrys Geschichte erkennen kann) sich von tatsächlichen Adelsfamilien Anstöße zu nehmen, doch von der Königsfamilie sollte abgesehen werden.



PROBEPOST?

▪ [ x ] Wir wünschen einen neuen Post aus Sicht des Charakters | [ ] Mir reicht ein alter Post | [ ] Ich möchte ein gemeinsames Probeplay | [ ] Ich benötige keinen Probepost | [ x ] Wir entscheiden bei der Bewerbung ▪

Was etwaige Wünsche und Vorgaben zum Probepost betrifft, möchten wir euch da natürlich nicht allzu viel vorschreiben, wichtig ist uns nur, dass der Charakter, wie ihr ihn schreiben wollt, gut zur Geltung kommt, seine Facetten, seine Hintergründe, sein Verhalten. Es kann eine ganz und gar alltägliche Situation sein oder auch etwas vollkommen Einzigartiges, in dieser Hinsicht sind euch sämtliche Freiheiten gegeben.




WEITERE ANMERKUNGEN

Wir haben hier zahlreiche Details, Ideen und Vorschläge zusammengetragen, die keineswegs in Stein gemeißelt sind. Natürlich würden wir uns freuen, wenn unsere Ideen in etwa so angenommen werden, wie sie angegeben sind, doch sind wir auch stets offen für völlig andere Blickwinkel und neue Perspektiven, solange es natürlich in das Konzept und zu unseren Vorstellungen passt.
Hinsichtlich der PB handhaben wir das Ganze gerne äußerst unkompliziert. Wir Beide sind selbst recht gemütliche Poster und erhoffen uns deshalb auch Verständnis dafür. Ebenso bringen wir natürlich Verständnis entgegen, wenn es bei euch mal länger dauert. Für uns gilt die Devise: "Das Schreiben ist ein Hobby und sollte Spaß machen", Druck oder Stress wird es also bei uns nicht geben... hoffen wir doch.
Ansonsten wäre uns noch wichtig, dass ihr euch wirklich eigene Gedanken zu dem Charakter macht und dies auch ersichtlich wird. Einer Bewerbung, die gerade mal die vorgegebene Wortzahl erreicht hat, sehen wir recht skeptisch entgegen. Natürlich müsst ihr keinesfalls einen halben Roman fabrizieren, aber man sollte sehen können, dass ihr dem jeweiligen Charakter auch abgesehen von unseren Vorgaben Tiefe gegeben habt, schließlich soll er ja zu eurem Charakter werden und dieser schreibt sich doch gleich viel schöner, wenn er Komplexität und Authentizität in sich trägt, nicht wahr?
Zuletzt bleibt uns nur noch zu sagen, dass wir uns schon wahnsinnig auf euch freuen und schon unglaublich gespannt sind, wie sich diese fabelhafte Geschichte dann mit dem ganzen Trupp entwickeln wird! Wir würden uns sehr freuen, wenn wir euch vielleicht noch in den Fragen begrüßen dürften, wo wir jederzeit noch etwaige Unklarheiten oder auch Ideen klären können. Grundsätzlich sind wir große Plotting-Enthusiasten, also dürft ihr euch jetzt schon mal auf einiges an spannender Planung gefasst machen, wenn ihr erstmal angekommen seid.

Kleiner Hinweis zum Schluss: Dieses Gesuch ist eng verstrickt mit dem Forengesuch der Cursed Crew. Wir bitten, auch dieses aufmerksam zu lesen, da nur so ein richtiges Verständnis, um was es hier eigentlich geht, vorhanden sein kann.




zuletzt bearbeitet 06.10.2019 22:48 | nach oben springen

#2

RE: "we're the kings and queens of this town" ♔ cursed youth / "friends" {0/6}

in Unisex 05.10.2019 11:40
von Henry Somerset | 354 Beiträge



HENRYS STORYLINE

Man nehme all jene klischeehaften Vorurteile, die man über weiße, steinreiche Aristokraten hat, werfe sie in einen Topf mit ureigener Arroganz, angeborener Eitelkeit und einem Hauch – nein, kein Hauch, einer ganzen Handvoll jugendlichen Charmes, rühre um und gebe schließlich noch eine großzügige Prise Verschlagenheit hinzu et voilà, schon hat man Henry Lorne Somerset. Man könnte ihn so ziemlich als Inbegriff der guten Miene zum bösen Spiel bezeichnen. Eine engelsgleiche Fassade, doch nur ein verrotteter Charakter verbirgt sich dahinter. Doch wie kommt es dazu, dass ein auf den ersten Eindruck hin so wohlerzogener, vornehmer junger Herr ein derart gegensätzliches Bild zur Schau stellt, wenn er erst einmal seine wahre Gestalt zum Vorschein kommen lässt? Nun, man könnte jetzt frei erfunden sagen, ihn hätte ein traumatisches Erlebnis derart verändert, dass er die Orientierung verloren und den rechten Weg nicht mehr gefunden hat, doch das wäre eine Lüge. Henry hatte stets ein ausgesprochen gutes Leben, besser als die meisten, besser als womöglich der Großteil der Weltbevölkerung. Ja, er wurde in die oberen 10% hineingeboren, in die Elite der Gesellschaft. Ihm waren seit seines ersten Atemzuges, eigentlich sogar schon davor, sämtliche Vorteile in den Schoss gefallen ohne dass er auch nur einen Finger dafür hätte krümmen müssen. Und diese Tatsache hatte ihm von Beginn an die Möglichkeit gegeben, sich an dieses absolut vorzügliche Leben zu gewöhnen. Ein verwöhnter Schnösel bis zum geht nicht mehr also.

Geboren und aufgewachsen ist Henry im Badminton House - dem Familiensitz des Hauses Beaufort - Gloucestershire, ein riesiges geschichtsträchtiges Gebäude und ein noch größeres Landstück drumherum. Die Dukes of Beaufort residieren seit Ende des 17. Jahrhunderts in besagtem Haus und genießen diesen gehobenen Lebensstil seit jeher sehr. Auch Henry hat sich dieser "Kunst des Genießens", als die er es gerne bezeichnet, verschrieben und lebt diese von Tag zu Tag aus. Als zweitgeborener Sohn fielen ihm zwar nicht die weiteren Adelsprädikate seines Vaters oder vielmehr seines Großvaters als momentaner Titelinhaber zu - genügend von diesen besaß dieser ja schließlich - dennoch war es ihm schon immer eine wohlklingende Melodie in den Ohren, wenn er "Lord Henry" gerufen wurde. Sein älterer Bruder Titus, dem besagte Titel durchaus zustanden, wusste sie seiner Meinung nach leider wenig zu würdigen. Für ein Mitglied der obersten Oberschicht war er erstaunlich bescheiden, gar sparsam und ungeheuer höflich, zu höflich fast schon. Natürlich, Manieren spielten in ihren Kreisen eine überaus wichtige Rolle, gerade weil sie sich dadurch vom 'einfachen Volk' - den sogenannten "Bauern" - abhoben, doch so ungern Henry sich auch Grenzen auferlegen lassen wollte, beim Ausdruck von Höflichkeit gab es durchaus welche, die sein Bruder sich schon einmal zu Gemüte führen könnte. Ganz anders verhielt es sich mit der Schwester der beiden Brüder. Aurelia wurde einige Jahre nach Henry geboren und kam vom Schlag her wohl eher ihm nach. Früh schon hatte sie ihre ganz eigene Art von Hochnäsigkeit entwickelt und diese auch nie wirklich abgelegt. Sie wusste wer sie war und das ließ sie jeden in ihrem Umfeld spüren. Es gab genügend Speichellecker, die sich daran kaum störten, solange sie von dem Privileg, in ihrer Anwesenheit verweilen zu dürfen, profitierten. Es war wohl gerade Aurelias Art, die Henry und sie wesentlich enger miteinander verschweißte als Titus mit einem von ihnen. Henry und Aurelia teilten die gleichen Ansichten: Sie waren besser, sie waren die Auserkorenen, die Besonderen. Und das "Fußvolk" war lediglich zweitrangig. Weshalb sollten sie sonst einen derart luxuriösen und dekadenten Lebensstil erfahren dürfen?

Um nun aber auch dem historischen Aspekt des Ganzen gerecht zu werden, werfen wir einmal einen Blick in die Geschichte der Somerset-Familie. Man fragt sich wohl, weshalb Somerset als Nachname und nicht Beaufort? Nun, genau genommen starb der Name Beaufort während der Rosenkriege mit Edmund Beaufort und seinen Söhnen, die an der Seite der Lancasters kämpften und fielen, aus. Das Haus und die damit verbundenen Titel wurden seither durch die Familie Somerset weitergeführt – einer Nebenlinie der Beauforts -, angefangen von Charles Somerset, dem illegitimen Sohn von Henry Beaufort, 3rd Duke of Somerset. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts erkor die Familie schließlich Badminton House in Gloucestershire zu ihrem Sitz, nachdem das zuvor bewohnte in Wales gelegene Raglan Castle infolge des englischen Bürgerkrieges erhebliche Schäden erlitten hatte. Und wer von der Annahme ausgeht, Badminton House hätte etwas mit dem Sport Badminton zu tun, liegt damit gar nicht so falsch, schließlich ist gerade dieses Haus Namensgeber der populären Sportart. Auch der Jagd sind die Bewohner des inzwischen sogar der allgemeinen Bevölkerung zum Teil offenstehenden Badminton Houses keineswegs abgeneigt, so etablierte sich im Verlauf des 18. Jahrhunderts die Beaufort Hunt, bis heute eine der bekanntesten Jagden ganz Großbritanniens. Und genau in dieses geschichtsträchtige Haus wurde Henry Somerset hineingeboren, nahm die Historien seiner Familie in sich auf wie andere die Bibel und verinnerlichte sie als Teil seines großen Namens. Ja, er bildete sich durchaus etwas darauf ein, dass seine frühen Vorfahren in der Stammlinie der Plantagenets zu einer wahren Herrscherdynastie gehörten und nicht selten merkte man ihm das auch an. Aber genug von historischen Fakten, kehren wir zurück zur Geschichte des jungen Herren namens Henry.

Seine Kindheit verlief, abgesehen davon, dass er schon damals ein wahrer verwöhnter Kotzbrocken war, recht angemessen im Vergleich zu so manch anderer. In seinen früheren Jahren erhielt er Privatunterricht, wurde allerdings schon recht bald auf eine private Elementary School geschickt rein aufgrund der Hoffnung seiner Eltern, man könnte ihm vielleicht dort ein wenig mehr Verständnis für einfachere Leute näherbringen. Wie zu erwarten waren sie dabei in ihrer Hoffnung fehlgeleitet. Henry machte sich zwar gut in der Schule - was das Lernen betraf hatte er selten Schwierigkeiten, vielmehr war es die Lust, die er nicht dafür aufbringen konnte … oder wollte -, doch die Arroganz behielt er sich weiterhin bei. Gut, seine Eltern konnte man auch nicht unbedingt als Persönlichkeiten der puren Bescheidenheit bezeichnen, aber dennoch schienen sie in mancherlei Hinsicht etwas bodenständiger denken zu können.
Als Heranwachsender, inzwischen an einem Privatinternat in Bristol eingeschult, begann er schließlich, erstmals ernsthafte Kontakte zu knüpfen und Gleichaltrige um sich zu sammeln, die auch später noch Teil seines Freundeskreises sein sollten. Zwar machte er sich nie sonderlich viel aus Freundschaften, er empfand nicht die einer Freundschaft typische innige Bindung zu einem der anderen, scharte aber doch gerne Leute um sich. Es waren Speichellecker, Leute, die seinem Willen unterstanden. Leute, die von der Annahme ausgingen, von ihm profitieren zu können, doch vielmehr profitierte er von ihnen. Er hatte schon früh das Talent für Sprache entwickelt. Eine Sprache, die mit Charme und Hinterlist spielte. Er wählte seine Worte stets so, dass sie den gewünschten Effekt erzielten. Die meisten merkten nicht einmal, dass er ihnen, obwohl es klang wie Honig, eigentlich Gift um den Mund schmierte.

Mit elf Jahren kam er schließlich auf ein Internat in die Hauptstadt. London, das ihm bis dato noch recht fern gewesen war, rückte nun in unmittelbare Nähe und machte sein Leben noch um ein Vielfaches aufregender. Die Stadt war lebendig, Tag und Nacht, und man konnte immer etwas zu tun finden. Es war kein Wunder, das er gegen die Regeln rebellierte und oftmals verbotenerweise durch die Straßen flanierte, wenn er eigentlich im Internat oder gar im Unterricht hätte sein sollen. Natürlich litten seine Ergebnisse ein wenig darunter, aber es war nie derart gravierend, dass er es nicht wieder mit Leichtigkeit geradegebogen bekam.
Auf der Schule wurden ihm etwaige Fähigkeiten und Talente beigebracht, die sich als Aristokratensprössling gekonnt gehörten und obgleich er den Großteil davon als Zeitverschwendung erachtete, fand er am Fechtkampf ernsthaftes Gefallen und entwickelte sich zu einem wahren Naturtalent. Für eine Zeit lang konnte der Sport ihn sogar etwas zügeln, da er sich aufgrund des Vergnügens, das er diesem entlocken konnte, ausgiebig darauf konzentrierte, doch letztendlich siegte wieder einmal seine Inkonsequenz. Das Fechten hat er zwar bis heute nicht aufgegeben, doch rückten immer wieder neue Prioritäten in sein Blickfeld, die die alten oft verblassen ließen.
Henry machte schon früh Erfahrungen, was gewisse 'Erwachsenendinge' betraf. Nicht nur dem Sex öffnete er sich überaus bald, auch Alkohol und später sogar der ein oder anderen Droge. Das schöne Bild, welches die Blaublüter dem einfachen Volk immer vormalten, war eigentlich alles andere als schön.

Eine recht signifikante Erscheinung trat schließlich in sein Leben als er gerade 16 Jahre zählte. Colin Folan, bürgerlichen Bluts und ein Ire noch dazu, in seinen Augen auf den ersten Blick das perfekte Opfer für einige Schikanen. Doch als er sich den Jüngeren mit seiner Truppe hatte vornehmen wollen, war er positiv überrascht worden, als sich herausstellte, dass dieser ihnen gar nicht so unähnlich war, zumindest was die Art betraf. Gut, er war ein Bürgerlicher, aber Henry verstand sich mit ihm... irgendwie. Es dauerte danach nicht lange, bis die Truppe auch den Neuen bei sich aufgenommen hatte. Gemeinsam galten sie als junge Männer, denen man besser nicht in die Quere kommen wollte. Sie besaßen nicht nur Macht und Ansehen, sondern auch die nötige Zügellosigkeit und den Mangel an Respekt vor Regeln und Grenzen der Anderen leicht gefährlich werden konnte. Man hielt sich also fern von ihnen oder stimmte zumindest mit ihnen überein, wenn man keine Probleme haben wollte. Diejenigen, die etwas einzuwenden hatten, von denen sprach heute keiner mehr...

Was von Henrys Schuljahren wohl noch zu erwähnen wäre, ist die Affiliation, die er schon recht früh begann zu gewissen Mitgliedern der Cursed Crew zu hegen. Nun, eigentlich war ihm das schon vorbestimmt, denn war es gerade sein Großvater – der Duke of Beaufort-, der Mitglied im Vorstand besagter Crew war und seine Fäden sehr genau zu legen wusste. Er wählte nur jene seines näheren Umfelds aus, die er auch als wirklich dazu geschaffen sah. Sein Sohn - Henrys Vater - beispielsweise hatte nie passende Eigenschaften unter Beweis gestellt, weshalb er ihn auch übergangen und ihn nie in das Wissen um die Crew eingeweiht hatte. Einige seiner Enkel jedoch, vor allem einer von Henrys Cousins, waren von Anfang an wesentlich empfänglicher gewesen. So setzte sich also auch ebenjener Cousin mit Henry in Verbindung, um ihn mit der Crew bekannt zu machen, ihm die Informationen zuzuspielen, die es benötigte, um den Jüngeren zu überzeugen. Doch eigentlich waren kaum Überzeugungskünste nötig, denn der damals Sechszehnjährige war von Anfang an fasziniert von dem, was die Crew darstellte. Die Ausübung von Macht in ihrer reinsten Form, die Elimination von Grenzen, der Spaß daran, zur gesellschaftlichen Elite zu gehören. Für Henry stand sehr schnell fest, dass er, sobald er sein 18. Lebensjahr vollendet hatte, Teil der Crew werden würde. Und natürlich brachte er auch einige seiner Kumpanen dazu, sich ihm in seinem Entschluss anzuschließen. Sie sollten die neue Generation der Crew darstellen und sie würden alles daransetzen, dass man sich an diese Generation erinnerte.

Als sie ihr Vorhaben aber schließlich in die Tat umsetzen konnten, musste Henry feststellen, dass die Crew nicht in allem so war, wie er es sich vorgestellt hatte. Viele der Mitglieder waren alte Aristokraten oder Stinkreiche, die sich nicht die Finger schmutzig machen wollten, doch genau das war es, nach was es Henry verlangte. Er war jung, er war zügellos, er wollte diese Freiheit wirklich spüren, die in seinen Adern pulsierte. Er und seine Kumpanen wurden von einer solchen Zerstörungswut, solch einer Missachtung von moralischen Vorstellungen und materiellen Dingen getrieben, dass sie sich am Liebsten über ganz London hergemacht und ausgetobt hätten. Waren es nicht diese Eigenschaften, die die ersten Crewmitglieder damals zu Entstehungszeiten vorangetrieben hatte? Vor allem, wer sollte ihnen etwas anhaben können? Sie hatten Macht und Geld, sie hatten einflussreiche Familien, wer würde sich schon diesen Voraussetzungen entgegenstellen wollen?
Und so stellten sie ihre eigene kleine Truppe innerhalb der Crew. Sie kümmerten sich nicht unbedingt um besondere Aufgaben dieser, sondern zogen in erster Linie ihr eigenes Ding durch. Sie ließen sich nicht halten, nichts sagen, handelten aus Impulsen heraus und verschrieben sich voll und ganz dem eigenen Vorteil und dem Ruf der Macht. Ja, so wollten sie in Erinnerung bleiben. Als die Generation, die der Crew wieder die ursprünglichen Werte zurückbrachte und sich von dem modernen Alltagstrott nicht einschränken ließ. Dass Henrys Machenschaften von manchen Crewmitgliedern als nicht unbedingt positiv beäugt wurden, merkte er nicht, doch solange sein Großvater nicht ein Machtwort sprach, gab es nichts, worüber er sich Gedanken hätte machen müssen.

Abgesehen von der Crew beschäftigte Henry sich in der Zeit nach seinem Schulabschluss mit willkürlichen Dingen, die ihn meist nur für den Moment interessierten. Er hatte es seiner guten Auffassungsgabe und der Intelligenz, die ihm eigen war, trotz allem zustande gebracht, sehenswerte Ergebnisse zu erbringen und da es sich für einen jungen Mann seines Standes gehörte, schrieb er sich an einer Universität ein. Zunächst begann er gemeinsam mit Colin ein Studium der Philosophie an der London University, mehr aus Jux heraus als aus wirklichem Interesse. Bald schon brach er es jedoch wieder ab, widmete sich einige Zeit einzig und allein sich selbst und dem, was er im Moment am liebsten machen wollte, bevor er sich schließlich mit 21 Jahren dazu entschied, Oxford eine Chance zu geben und dort ein Studium der Literatur zu beginnen. Auch hier sei gesagt, dass er dies keineswegs tat, weil er ein überaus großer oder enthusiastischer Literat war, obgleich dieses Fach durchaus Interesse in ihm wecken konnte. Es war vielmehr dazu da, sich auch in einer der führenden Universitäten der Welt einen Namen zu machen, sich dort umzusehen und mögliche Gleichgesinnte zu finden. Letztendlich konnte man ihm aber keineswegs nachsagen, dass er ein regelmäßiger Besucher seiner Kurse war und seine Professoren sich an seinen Namen nur aufgrund der Bekanntheit seiner Familie erinnern konnten. Die meiste Zeit verbrachte er nach wie vor in London, ging dort seinen Leidenschaften nach, lebte wie eh und je ein überaus zügelloses Leben und genoss sein Teilhaben an den Machenschaften der Cursed Crew.


COLINS STORYLINE

Im Besitz der Familie Folan, eine der wenigen tatsächlich reichen Familien Irlands, befindet sich ein altes Landgut, welches etwa eine dreiviertel Stunde nördlich von Dublin gelegen ist und von Generation zu Generation weitergegeben wird. Während des irisch-englischen Krieges wurden in den alten Kellergewölben Waffen gelagert, aber inzwischen ist dort nur noch Wein und vor allem der berühmte Whisky, mit dem die Familie seit dem 18. Jahrhundert ihr Geld verdient, zu finden. Über der großen Eingangstür thront das Wappen der Familie. Ein hölzernes Fass über zwei gekreuzten Gerstenhalmen auf nachtblauen Grund. Besonders bekannt ist die Familie, neben ihrer Destillerie, für ihr Verhalten während der von 1847 bis 1852 andauernde, durch die Kartoffelfäule ausgelöste Hungersnot. So gut er konnte versuchte der damalige Herr des Hauses nicht nur seine eigene Familie, sondern auch die seiner Nachbarn zu versorgen. Etwas, das den Folans auch heute noch hoch angerechnet wird und zugleich einen Maßstab setzte, an den sich die Nachkommen besagten Hausherren zu messen hatten. Nächstenliebe, Höflichkeit und Gerechtigkeit sind allesamt Werte, welche in der Familie hoch angesehen werden. Doch genug der Geschichtsstunde, finden wir uns stattdessen in der Neuzeit ein. Denn in eben jenem Anwesen kam am 11. August im Jahr 1997 ein kleiner Junge auf die Welt.

Colin, der zu seinem großen Missfallen den Zweitnamen Hamish erhielt, kam als dritter Sohn von Richard Folan auf die Welt. Sein Vater, der sich von seiner ersten Frau hatte scheiden lassen, hatte Colins Mutter erst ein Jahr zuvor kennengelernt und sogleich geheiratet. Angeblich war es „Liebe auf den ersten Blick“ gewesen, aber Colin, welcher ein eher angespanntes Verhältnis zu seinem Erzeuger pflegt, wagt diese Aussage heutzutage zu bezweifeln. Auch wenn er es nicht laut sagen würde, vermutet Colin, dass sein Vater bereits eine Affäre mit seiner Mutter gehabt hatte, als er noch mit seiner ersten Frau verheiratet gewesen war, nachweisbar ist dies jedoch nicht und soweit er weiß hat auch keiner seiner älteren Brüder eine ähnliche Vermutung. Entweder das oder sie bevorzugen es schlichtweg nicht mit ihm darüber zu reden. Das könnte ebenfalls Grund sein.
Trotz dieser Sache hätte Colin sich einen besseren Start ins Leben eigentlich gar nicht wünschen können. Man könnte wohl davon sprechen, dass er zumindest in den ersten Jahren seines Lebens ein wenig verzogen wurde. Es war verdammt schwer dem kleinen blonden Jungen mit den großen grünen Augen irgendetwas abzuschlagen. Etwas, das sich auf Colins spätere Entwicklung ausüben sollte. Denn der Junge lernte schnell, wie er sich zu verhalten hatte, was Schreien, Lachen oder eben Weinen bewirken konnte, schlichtweg wie er sich zu verhalten hatte, wenn er etwas haben wollte. Damals artete es zwar noch nicht direkt in Manipulation aus, immerhin war er ja nur ein kleines Kind, das Verhaltensmuster erlernt hatte, doch heutzutage befindet er sich in manchen Situationen definitiv auf diesem Level der Kontrolle. In den meisten Fällen tut er dies jedoch nicht aus Böswilligkeit, sondern hauptsächlich da er es interessant findet, wie leicht manche Menschen um den Finger zu wickeln sind. Zudem kann es in manchen Fällen einfach praktisch sein, vor allem wenn man sich irgendwie einer unangenehmen Situation entziehen muss.
Was seine Familie anging, so hatte Colin eine besonders starke Bindung zu seiner Mutter. Dies lag hauptsächlich daran, dass sein Vater meist mit seiner Arbeit beschäftigt war und der Altersunterschied zu seinen Brüdern ein wenig zu groß war, als dass sie wirklich viel Zeit miteinander verbracht hätten. Er verstand sich durchaus gut mit den beiden Älteren, wenn man von kleinen, zwischen Brüdern vollkommen normalen Meinungsverschiedenheiten absah, doch die Tatsache, dass die Beiden eine andere Mutter als Colin selbst hatten, war etwas dass sie dennoch ebenfalls voneinander unterschied.

Trotz der Unterschiede hatte Colin eine glückliche und erfüllte Kindheit. Etwas, das sich am 9. August 2008, zwei Tage vor Colins elftem Geburtstag ändern sollte. In Dublin und Umgebung herrschte zu jener Zeit großes Chaos. Sturzfluten, ausgelöst durch heftige Regenfälle, die am jenem 9. August beinahe 24 Stunden anhielten, brachten Zerstörung auf die Straßen des Landes. Eigentlich war es zu gefährlich um unterwegs zu sein, aber Colin, der es zu jener Zeit noch gewohnt war beinahe alles zu bekommen, wonach es ihm verlange, hatte lange genug gequengelt um seine Mutter dazu zu bringen, mit ihm einkaufen zu fahren. Mittlerweile weiß er nicht mehr was genau er für seinen bevorstehenden Geburtstag haben wollte. Er sollte es ohnehin nie bekommen.
Mutter und Sohn fuhren gegen fünf Uhr an jenem Abend los. Sieben Stunden später erwachte Colin, mitten in der Nacht und nicht in der Lage sich an die vergangenen Stunden zu erinnern, im nächstgelegenen Krankenhaus. Er hatte ein gebrochenes Bein, eine ordentliche Gehirnerschütterung und ein paar angeknackste Rippen. Es hatte einen Autounfall gegeben. Irgendwie wären sie von der Straße abgekommen und eine Böschung heruntergefallen. Anscheinend hatte sich das Auto überschlagen, obwohl Colin dies nur aus Erzählungen weiß. Eigentlich ist er froh, dass er sich nicht an jene Nacht erinnern kann, wobei es durchaus sein könnte, dass er es lediglich verdrängt, denn während er mit seinen Verletzungen davonkam, wurde seiner Mutter das Genick gebrochen. Sie war tot, bevor die Rettungskräfte überhaupt informiert waren.
Die Beerdigung war ein scheußlich großes, aufwendiges Unterfangen. Doch vor Colins Augen verwischte es zu einem grau-schwarzen Tuch aus Geräuschen und anderen Wahrnehmungen. Es galt, Hände zu schütteln und sich Kondolenzbekundungen anzuhören. Colin war beinahe dankbar dafür, dass er dank seiner Knochenbrüche Schmerzmittel intus hatte, denn so konnte er das ganze Geschehen mit einer Miene der apathischen Gleichgültigkeit an sich vorbeiziehen lassen, bis schließlich alle Trauergäste gegangen und er endlich alleine sein konnte.

2008 änderte sich Vieles in Colins Leben. Zum einen war da auf einmal diese gewaltige Lücke, die er einfach nicht zu füllen vermochte, egal wie sehr es sich auch bemühte. Zudem begann er sich immer mehr von seiner Familie zurückzuziehen. Es begann beinahe harmlos, er verbrachte viel Zeit in seinem Zimmer, ließ hin und wieder – wenn es ihm erlaubt wurde – eine der Mahlzeiten ausfallen um sich später selbst etwas zu machen und sprach weitaus seltener als er es früher getan hatte. Sein Vater ließ es geschehen, denn er glaubte, dass er seinem Sohn schlichtweg genügend Raum zur Trauer geben musste. Immerhin ging jeder Mensch mit dem Verlust eines Familienmitgliedes anders um und wenn Colin es bevorzugte, für sich alleine zu sein und niemand anderen sehen zu müssen, dann, so glaubte er, sei dies die beste Methode. Ein Fehler wie sich herausstellen sollte. Denn für Colin wirkte es mit jedem verstreichenden Tag so, als würde sich sein Vater schlichtweg nicht für den Verlust Colins Mutter und somit gleichzeitig nicht für ihn interessieren. Als wäre ihm alles vollkommen egal
Und wenn er seinem Vater egal war, dann – so beschloss er – war sein Vater und alles was mit ihm, alles was mit seinem Namen zusammenhing, Colin ebenso egal. Was kümmerten ihn die Regeln und Verbote? Warum sollte er sich darum scheren was sein Vater alles von ihm verlangte? Er würde nach seinen eigenen Regeln leben. Er würde sich nicht länger Dinge von einem Mann, dem er doch eh vollkommen egal war, vorschreiben lassen. Also begann er, im zarten Alter von 12 Jahren, genau wie viele seiner „außer Kontrolle geratenen“ Klassenkameraden zu trinken und bald darauf auch zu rauchen. Egal, wonach ihm der Sinn stand.
Seine Eltern hatten es für eine gute Idee gehalten Colin auf eine öffentliche Schule zu schicken. Er sollte nicht so entfremdet von anderen Kindern seines Alters aufwachsen. Er und seine Klassenkameraden stichelten sich gegenseitig dazu an, weiter und weiter zu gehen und immer waghalsigere Dinge zu tun. Colin wurde von einem wohlerzogenen Jungen zu einem Raufbold und ungezügelten Flegel.
Sein Verhalten wurde von Tag zu Tag schlechter. Während er früher noch mit Höflichkeit agiert hatte, war er nun aggressiv und nur auf Konfrontation aus. Es gab kaum ein Gespräch mit seinem Vater, das nicht in einem großen Streit endete. Bald schon begann dieses Verhalten auch in der Öffentlichkeit und in der Schule durchzuscheinen. Vor allem die Aggressionen begannen sich immer häufiger zu zeigen und Colin handelte sich so manche Prügelei ein. Anfangs hatte er nur eine große Klappe, doch je älter er wurde, desto mehr legte er auch an Muskelmasse an und es lag nicht in seiner Natur sich irgendetwas gefallen zu lassen. Die Schule allerdings ließ sein Aufführen nicht ungestraft vonstattengehen.


Innerhalb von drei Jahren wurde er mehrmals für eine Weile von der Schule suspendiert. Mal waren es nur ein zwei Tage, mal eine ganze Woche, einmal sogar drei Wochen am Stück. Doch Colin interessierte sich nicht dafür. Er interessierte sich nicht für die Strafen, die sein Vater ihm auferlegte oder die Tatsache, dass seine Noten zunehmend schlechter wurden. Dies lag weniger daran, dass er den Stoff nicht verstand, sondern viel mehr daran, dass er sich schlichtweg keine Mühe gab. Es war ihm vollkommen egal welche Noten er erzielte.
Eine Weile lang war dies sein Alltag. Bis er schließlich, nach wiederholtem Fehlverhalten von der Schule geworfen wurde. Da konnte auch das Geld seiner Familie nichts mehr drehen und wenden. Sein Vater wusste zu diesem Zeitpunkt nicht was er noch mit seinem Sohn anstellen sollte. Egal was er versuchte, alles schien die Situation nur noch schlimmer zu machen. Colin und Richard hatten inzwischen absolut keinen Draht mehr zueinander und da der Junge alles was sein Vater sagte als negativ abstempelte, war ein Aufeinanderzugehen so gut wie undenkbar.
Also überlegte Richard Folan kurzerhand seinen jüngsten Sohn auf ein Internat zu schicken, hoffend, dass man dort dem Jungen wieder richtiges Benehmen eintrichtern könnte. Vielleicht, so glaubte er, würde der Abstand ihnen beiden und ihrem durchaus angespannten Verhältnis zueinander guttun. Doch es sollte etwas anders kommen als von dem alten Herren geplant.
Für Colin selbst bestärkte dieses ganze Gerede von Internaten nämlich lediglich den Glauben, dass er seinem Vater vollkommen egal war. Dass dieser sich nicht einmal mehr mit ihm abgeben wollte.

Also kontaktierte er seinen älteren Bruder Conall. Dieser war einige Jahre zuvor fortgezogen und hatte sich in London niedergelassen. Colin hoffte, dass er es schaffen würde, seinen Bruder davon zu überzeugen, ihn bei sich aufzunehmen, denn er wusste, dass, sollte er es schaffen Conall auf seine Seite zu ziehen, auch sein Vater nur schwer 'nein' sagen können würde. Im gleichen Sommer noch, es war das Jahr 2012, zog Colin also schließlich in die verregnete Hauptstadt Englands. Anfangs war es ein ziemlicher Interessenskonflikt für den jungen Iren. Klar, er war froh bei seinem Bruder, welcher die ganze Situation nur aus Erzählungen seines Vaters und von Colin selbst mitbekommen hatte, was vermutlich auch der Grund war, aus dem er seinen kleinen Bruder überhaupt bei sich aufnahm - vermutlich konnte er einfach nicht glauben, dass das ganze wirklich so schlimm war, wie sein Vater es schilderte – unterkommen konnte, aber auf der anderen Seite war dies England. Verdammt noch mal England. Warum hatte Conall nicht ein Land wählen können, dass nicht Jahrelang im Krieg mit seiner Heimat gelegen hatte?

In London jedoch zeigte sich Colin von seiner besten Seite. Auch wenn er innerlich noch immer aufgewühlt war, so tat ihm der Abstand zu seinem Vater tatsächlich gut. Mit Conall, der in Colins Augen das einzige Familienmitglied war, dem er noch wirklich vertrauen konnte und der zu ihm stehen würde, verstand er sich meist zudem ziemlich gut und auch wenn er sich ab und an daneben benahm, war es leicht seinen großen Bruder von seinen guten Qualitäten zu überzeugen. Gute Qualitäten, die Colin durchaus besitzt, immerhin ist er kein „böser“ Mensch, sondern lediglich vor einiger Zeit vom rechten Weg abgekommen und bisher nicht in der Lage gewesen eben diesen Weg wiederzufinden.

Nun bei seinem Bruder lebend kam Colin auf eine prestigeträchtige Privatschule, welche zwar gleichzeitig als Internat fungierte, dieses Angebot aber nicht als Pflicht hatte. Hier lernte er eine Gruppe an ganz besonderen Menschen kennen. Menschen, die er auch heute noch zu seinen Freunden zählt. Wobei das Wort „Freundschaft“ in diesem Fall sehr locker zu sehen ist. Andere Menschen würden es vielleicht eher als eine Art Zweckgemeinschaft beschreiben und es ist ziemlich sicher, dass der ein oder andere unter ihnen dem jeweils anderen ohne zu zögern ein Messer zwischen die Schulterblätter rammen würde, wenn es zu seinem eigenen Nutzen wäre. Doch solange die Fassaden und falschen Lächeln sitzen ist alles in Ordnung.
Der herausstechendste dieser Menschen war ohne Zweifel ein Junge in Colins Alter der den Namen Henry Somerset – Verzeihung, 'Lord Henry Lorne Somerset' – trug und sich als ein gewaltiges Arschloch herausstellte. Doch Colin schien sich nicht sonderlich daran zu stören. Tatsächlich fand er den Anderen auf eine gewisse Art und Weise sogar sympathisch. Von Henry war es auch, dass Colin eine ganz bestimmte Sichtweise auf das Leben und andere Menschen adoptierte. Er war jung und er war reich, ihm gehörte die Welt. Zwar könnte er sich niemals mit Henry oder dessen pompösen adeligen Freunden messen, doch es dauerte nicht lange, bis er in ihrer Gruppe akzeptiert wurde. Auch wenn er sich in manchen Situationen wie ein Fisch auf trockenem Land fühlte – zum Beispiel als Henry ihn das erste Mal zu sich nach Hause einlud – fand er sich schnell in die Gruppe ein und bald war kaum noch zwischen ihm und den anderen zu unterscheiden... wenn man einmal von seinem irischen Akzent absah.

Nach seiner Schulzeit begann Colin gemeinsam mit Henry, welcher inzwischen wohl zu so etwas wie seinem „besten Freund“ geworden war – ein Philosophiestudium an der London University. Doch während Colin in den vergangenen Jahren am Ball blieb und nun das letzte Semester nutzt um seine Bachelor Arbeit zu schreiben, wobei er durchaus plant auch den Master in diesem Fach zu erhalten, verlor Henry schon nach kurzer Zeit das Interesse und widmete sich anderen Studienfächern. Die Frage ob er bei diesen bleibt ist jedoch zu dieser Zeit noch ungewiss.

Henry war auch derjenige, der Colin eines Tages von der „Crused Crew“ erzählte. Zunächst glaubte Colin, dass der Engländer ihn auf den Arm nehmen würde, aber schon bald taten sich Zweifel in ihm auf. Henry erzählte ihm mehr und mehr von dieser Organisation. Menschen, die dank ihres Reichtums die Fäden im Leben anderer zogen? Das konnte es doch nicht wirklich geben, oder etwa doch?
Nun Colin sollte schon bald erfahren, dass es diese Organisation tatsächlich gab. Denn Henry scheute keine Kosten und Mühen, um dafür zu sorgen, dass sein irischer Freund eben dieser Gruppe beitreten konnte. Henrys Großvater schien ein ziemlich hohes Tier der Crew zu sein.

Tatsächlich bürgte Henry sogar für Colin, da die Crew anfangs nicht sonderlich begeistert von der Idee war, einen Iren, der zudem noch nicht einmal aus sonderlich hohem Stand kam, bei sich aufzunehmen. Doch durch Henrys Unterstützung gelang es. Bald schon merkten die beiden allerdings, dass die Crew nicht genau das war, was sie sich vorgestellt hatten. Der Ursprung der Gruppe lag in eben jener Denkweise, die Colin angenommen hatte. „Wir sind reich – uns gehört die Welt.“, doch wo sich die Jungs erhofft hatten, tun und lassen zu können was sie wollten, stießen sie viel mehr auf Verhaltensregeln und das aristokratische Dasein älterer Männer.
Eines stand fest. Es war an der Zeit, dass ein neuer, frischer Wind aufwehte und wenn dieser nicht von ihnen stammte, von wem dann?




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