Willkommen in London, meine Damen und Herren - Eine der bedeutendsten Metropolen dieser Welt! Hier gibt es eine Menge zu Erleben für Jedermann, glauben Sie mir. Haben Sie sich schon den Big Ben angesehen? Haben Sie versucht, die Grenadier Guards vor dem Buckingham Palace zum Lachen zu bringen? Vielleicht gehören Sie auch zu der Art Touristen, die sich in diese Stadt verlieben und nie wieder gehen? Viele kamen in unsere Stadt, sie haben hier geliebt, gelebt, gelacht und gelitten. Hier gab es bereits tausende Geschichten und es wird noch etliche tausend weitere hier geben. Vielleicht gehört Ihre bald auch dazu? Die Steine der Straßen sind getränkt mit Tränen, Blut und Schweiß von all den Menschen, die hier wandelten. Londons Seiten sind nicht nur sonnig, meine Damen und Herren, nein, das sind sie wahrlich nicht. In der hiesigen Zeitung, The Chronicle - die größte unserer Stadt - lesen wir jeden Tag von den Verbrechen, die diverse Banden hier begehen. In den dunkelsten Gassen schleichen sie sich herum, aber nicht nur dort, selbst auf der Sonnenseite lassen sie sich blicken. Haben Sie den feinen Herren mit dem Anzug gesehen? Haben Sie gewusst, das er der Kopf einer der größten Banden hier ist? Sogar die Reichen unter uns tragen keine weiße Weste. Aber es ist schließlich gemeinhin bekannt, dass die wenigsten so unschuldig sind, wie sie sich geben, nicht wahr? Wobei, wenn man so darüber nachdenkt, was ist schon gut und was ist schlecht? Liegt die Beurteilung dessen nicht ganz im Auge des Betrachters? So zumindest versuchen Viele, die sich ihr Brot mit Machenschaften im sogenannten 'Schattengeschäft' verdienen, ihre Taten zu rechtfertigen. Und dennoch oder vielleicht gerade deshalb wollen wir doch immer an Diejenigen appellieren, die auf der Seite des Lichts wandeln und mit Optimismus und Positivität durchs Leben gehen, denn sind es nicht genau diese, die uns das Leben erst lebenswert machen? Nicht nur Menschen, natürlich, auch oder vielmehr vor allem ihre Taten vermögen es, unsere Geschichten mit Farbe zu füllen, mit Melodien, mit Zeilen des Lebens. Aber vorsichtig, meine Damen und Herren, wohin Sie auch gehen, seien Sie aufmerksam, denn jeder Schritt in dieser Stadt schreibt Geschichte. Wie wird sich die Ihrige gestalten?

Wir schreiben das Jahr 2019.
September bis Dezember




Xobor RPG; Szenentrennung

Real Life RPG - London

empfohlen ab 18 / L3S3V3

Seit Oktober 2018

#1

don't let anyone treat you like you're ordinary {dear little sister}

in Ladies 27.09.2019 21:27
von Isaiah Ben-Haim | 450 Beiträge

BASIC FACTS

▪ Isaiah Ben-Haim | 35 Jahre {geb. 07. August 1984} | Psychotherapeut | Mittelschicht ▪


FACECLAIM

▪ Jesse Williams ▪



STORYLINE

Als Londoner geboren und aufgewachsen war die britische Hauptstadt immer ein Zuhause für den jungen Mann gewesen, obgleich seine Wurzeln sich etwas über die Erdoberfläche verteilen. Seine Mutter – eine aus Chicago stammende Afro-Amerikanerin – kam erst nach London, nachdem sie Isaiahs Vater – einen in England geborenen Aschkenasim – kennen und lieben gelernt hatte. Gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Adah wuchs er in einem stark jüdisch-geprägten Haushalt auf, der sich für seine persönliche, sehr weltoffene Einstellung schon bald zu vehement in die konservative Richtung bewegte. Natürlich war es schön, glauben zu können und diesen Glauben von seinen Eltern gelehrt zu bekommen, doch empfand er es bereits im Kindes- und später noch viel intensiver im Jugendalter als nicht mehr unbedingt richtig, in welcher Weise sie glaubten. Für seine Eltern gab es stets Regeln zu beachten, strikte Gebote gegen die nichts eingewendet werden konnte, doch für einen Jungen, der nichts lieber wollte, als Kontakte zu knüpfen, Freundschaften zu schließen und die Welt kennenzulernen, stellte dies gewissermaßen einen erheblichen Interessenkonflikt dar. Er liebte die Freiheit, fühlte sich jedoch, als würde ihm sein Glaube zu viele Grenzen setzen. Es war also absehbar, dass seine Beziehung zu diesem sich nicht derart entwickeln würde, wie es sich seine Eltern von ihm gewünscht hätten. Grundsätzlich war sein Verhältnis zu ihnen nicht unbedingt das, was man als glückliches, gesundes Eltern-Kind-Verhältnis beschreiben würde. In der Familie war Sturheit eine Eigenschaft, die wohl an jeden von ihnen vererbt worden war und so kam es nicht nur des Öfteren zu Konflikten und Diskussionen, sondern zum Teil sogar zu richtigen Zwiespälten. Eine Art Balsam in dieser Zeit stellte zum einen seine Schwester dar, mit welcher er schon immer ein wesentlich engeres Band geteilt hatte als zu seinen Eltern und eine ganz besondere Familie aus der Gemeinde, die mit seiner eigenen eng befreundet waren. Die Hadanis waren fast wie Verwandte und der jüngste von ihnen - Ephraim Hadani -, nur wenig älter als Isaiah selbst war ihm immer wie der Bruder gewesen, den er nie hatte.

Dennoch war der Höhepunkt all der familiären Konflikte nicht abzuwenden. Isaiah, gerade 17 Jahre, noch fest von der Schule eingebunden und erst seit Kurzem der anstrengenden Phase des Pubertierens entwachsen. Schon seit Längerem war ihm zu diesem Zeitpunkt klar gewesen, dass sein Augenmerk, was die körperliche Anziehung zu Anderen betraf, nicht nur auf das weibliche Geschlecht beschränkt war und wäre es nicht um seine Eltern gewesen, hätte es damit auch absolut keine Probleme gegeben. Er selbst hatte stets große Akzeptanz gegenüber den verschiedensten Ansichten, Einstellungen und – in diesem Sinne – Sexualitäten gezeigt, hatte auch anderen bereits geholfen, sich selbst zu akzeptieren, doch bis dahin hatte er noch nicht den Mut aufbringen können, auch gegenüber seinen Eltern derart offen zu sein. Er wusste, wie sie reagieren würden, er wusste, dass es in ihren Augen eine Sünde war, als Mann eine Beziehung mit einem anderen Mann zu führen und dennoch tat er es. Joshua war sein Name und seit nicht minder einem Jahr lebten sie in einer recht offen zur Schau gestellten Beziehung – die einzigen, die es nicht wussten, waren Isaiahs Eltern. Ephraim wusste es, Adah sowieso und sie hatten absolut nichts dagegent. Doch es kam wie es kommen musste und durch ein Versehen von Saiahs jüngerer Schwester, welche damals gerade einmal 14 Jahre zählte, flog alles auf und die Streitereien begannen. Es war, als wäre eine Bombe in dem Haushalt explodiert. Vor allem Saiahs Vater konnte seine unverhohlene Enttäuschung gar Ekel gegenüber seinem Sohn nicht verbergen. Es kam zum endgültigen Zerwürfnis zwischen ihm und seiner Familie und kein Jahr später, gerade als er 18 geworden war, packte er seine Sachen und ließ sein Elternhaus hinter sich. Für ihn war nichts wichtiger, als zu sich stehen zu können und sich nicht als eine Person ausgeben zu müssen, die er nicht war. Er dachte in der Folgezeit viel über das Geschehene nach, überlegte, ob er es wohl bereuen sollte, doch kam letztendlich zu dem Entschluss, dass er sich nie freier gefühlt hatte. Das Verhältnis zu seinen Eltern war nie so gewesen wie es hätte sein sollen. Und natürlich trauerte er gewissen Momenten hinterher, die er ohne Eltern in seinem Leben nicht haben würde, doch es war Zeit, nach vorne zu blicken und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Zunächst galt es natürlich, es irgendwie zu schaffen, auf zwei Beinen stehen zu können. Isaiah machte sich also auf die Suche nach dem ein oder anderen Job, der ihn zumindest vorübergehend absichern konnte. Und natürlich benötigte er auch ein Dach über dem Kopf, welches er für die erste Zeit in einem Jugendzentrum fand, das sich um jedwede Jugendlichen und jungen Erwachsenen kümmerte, die in ihrem Leben momentan einen Tiefgang durchlitten. Es war ein Geben und Nehmen. Dafür, dass Isaiah dort wohnen durfte, half er bei den täglichen Aufgaben, die in dem Jugendzentrum anfielen. Anfangs waren es nur einfache Angelegenheiten – Reinigung, Besorgungen, dergleichen eben -, doch nachdem einer der Sozialpädagogen, die dort tätig waren, Zeuge wurde, wie Isaiah sich um die Jüngeren kümmerte, wie er sie mit nur wenigen Worten aufbauen konnte – ja, man konnte fast schon sagen, er hatte ein Talent dafür -, boten sie ihm an, sie auch bei ihren pädagogischen Tätigkeiten zu unterstützen. Natürlich, er hatte weder ein Studium noch eine Ausbildung in diesem Bereich hinter sich, aber er verfügte über Fähigkeiten, die unbestreitbar kostbar waren und viele der Jugendlichen, die eigentlich als Problemkinder galten, schienen tatsächlich auf Isaiah einzugehen. Anfangs begleitete er noch die Anderen, wenn sie Gespräche mit den Jugendlichen führten oder besondere Unternehmungen machten, doch irgendwann konnte er es selbst in die Hand nehmen und arbeitete beinahe wie ein richtiger Pädagoge, abgesehen davon, dass alles ein wenig unter der Hand vonstattenging, schließlich konnte er sich nicht offiziell als solchen betiteln. Einige der anderen Pädagogen in dem Jugendzentrum rieten ihm des Öfteren, ob er sich nicht offiziell in diese Richtung begeben und vielleicht ein Studium beginnen wollte, doch noch sah er sich nicht bereit dazu. Wenn er ehrlich war, wollte er sich in seiner momentanen Lebenssituation noch keinem Studium widmen.

Nachdem er schließlich drei Jahre lang in dem Jugendzentrum gearbeitet hatte, stand jedoch die große Veränderung an. Das Zentrum musste schließen und somit würde auch sein Arbeitsplatz verloren gehen. Keine sonderlich erfreuliche Nachricht. Zwar hatte er sich inzwischen eine kleine Wohnung in Tower Hamlets leisten können, doch ohne Job würde es bald auch kein Geld mehr geben mit welchem er die Miete bezahlen konnte.
Doch wie der Retter in der Not trat schließlich eine Derjenigen, mit denen er die letzten Jahre gearbeitet hatte, mit einem Angebot an ihn heran. Sie war die Therapeutin des Jugendzentrums gewesen und hatte von Anfang an einen Narren an Isaiah gefressen. Für sie war er beinahe wie ein Sohn, den sie nicht haben konnte. Sie bot ihm also an, ihm ein Studium in ebenjenem Berufsbild, in welchem auch sie tätig war, zu finanzieren. Nachdem das Jugendzentrum seine Türen geschlossen hatte, war sie an eine Stelle als Psychotherapeutin am Royal Free Hospital gelangt und da sie eine überaus pragmatische Frau war, hegte sie insgeheim schon damals den Plan, ihn einmal als ihren sogenannten ‚Nachfolger‘ einzuweisen.
Isaiahs Entschluss bezüglich des Studiums stand jedoch fest. Er würde sich etwas Anderes suchen – vorerst zumindest -, obgleich er das Angebot der Dame wirklich wertzuschätzen wusste. Doch vor seinen Augen lag zunächst ein anderer Weg, ein Weg, der unbeabsichtigt in den Hintergrund gerückt war, sich aber stets als leiser Wunsch in seinem Bewusstsein befunden hatte. Er wollte zum Militär. Es war ein Wunsch, den er und Joshua gemeinsam gehegt hatten und auch wenn er zu ihm keinen Kontakt mehr pflegte, seit sie nach ihrem Schulabschluss getrennte Wege gegangen waren, war der Wunsch nach wie vor präsent und wollte erfüllt werden.
Doch es gab eine Sache, die vor seinem Beitritt zur Army noch in sein Leben trat, oder vielmehr dorthin zurückkehrte. Adah. Auch wenn der Kontakt zu ihr beim besten Willen nur mäßig über die vergangenen drei Jahre bestanden hatte - nicht, weil er ihr Vorwürfe machte, schließlich hatte das Geheimnis früher oder später offenbart werden müssen, sondern weil es ganz einfach noch zu nah war, zu schmerzhaft gar schon -, hatte er sie immer in seinem Herzen behalten und war deshalb umso glücklicher, als sie ein Treffen vorschlug. Wie erwartet war es ein überaus emotionales und tränenreiches Treffen, es gab viel zu erzählen, viel aufzuklären, doch letztlich fühlten sich beide in gewisser Weise gereinigt, als könnten sie einen Neustart wagen. Zwar stieg Isaiah zwar nach wie vor nicht auf Adahs Versuche an, ihn auch mit den Eltern wieder zusammen zu bringen, doch fürs Erste war er glücklich mit seiner Schwester an seiner Seite. Adah allerdings mochte Isaiahs Entscheidung, dem Militär beizutreten, weniger gutheißen. Da hatte sie ihren Bruder gerade erst wieder und dann wollte er sich freiwillig ins Gefahrengebiet stürzen. Dennoch sah sie ein, dass er seinen Weg gehen wollte, gehen musste, und unterstützte ihn.

In der British Army fand Isaiah schließlich das Zuhause, das er zuvor nie gehabt hatte. Die Freundschaften, die er dort schloss waren stark und intensiv und er fühlte sich mehr denn je, als könnte er wirklich sein, wer er wollte. Er führte die ein oder andere Beziehung – mit Männern als auch mit Frauen – und machte sich alles in allem überaus gut als Soldat. Und nachdem Adah in sein Leben zurückgekehrt war, fand sich auch ein weiterer altbekannter Freund wieder an seiner Seite ein. Joshua. Auch er hatte den Wunsch, den sie beide verfolgen wollten, nie vergessen und wie es der Zufall so wollte, hatten sie beide die Entscheidung gefällt, diesen Weg, wenn auch unbewusst, gemeinsam zu gehen.
Im Jahr 2006 fand dann der erste Einsatz statt, für ganze vier Monate ging es nach Afghanistan in die Provinz Helmand. Es waren aufwühlende vier Monate, die viel Anstrengung, Angst und Risiken mit sich brachten, dennoch stellten all diese keine Gründe für Isaiah dar, um dem Militär den Rücken zu kehren, ganz im Gegenteil, trotz des Krieges hatte er dort ein Zuhause gefunden mit Leuten, die ihn so akzeptierten wie er war. Vor allem Joshua war ihm vor und auch während des Einsatzes noch mehr ans Herz gewachsen, diesmal nicht als Liebhaber, sondern als einzigartiger und loyaler Freund, der ihm in vielerlei Hinsicht überaus ähnlich war.

Nachdem Saiah von seinem Einsatz zurückkehrte, konnte er für einige Wochen die freie Zeit, die darauf folgte genießen. In dieser Zeit unternahm er viel mit Adah, knüpfte das geschwisterliche Band noch enger und genoss die freien Wochen, bevor es schließlich zurück ins Kriegsgebiet ging.
Im Jahr 2007 reiste Isaiah ein weiteres Mal gemeinsam mit seinem Trupp nach Afghanistan. Auch Joshua war Teil dieses Trupps, was es für Beide wesentlich einfacher machte, bedachte man, dass dieser Einsatz auf vier Monate angesetzt war. Sie Beide unterstützten sich, wo sie nur konnten, gaben sich Kraft und hielten einander, wenn das ewige Donnern der Geschosse zu viel wurde. Doch diese innige Freundschaft sollte ein jähes Ende finden, als Saiahs Trupp bei der Versorgung eines am Rande des Kriegsgebietes liegenden Dorfes auf einen Hinterhalt der Terroristen stieß. An diesem Tage fiel während eines Auftrags nicht unweit von der Position von Isaiahs bestem Freund eine Handgranate und obgleich es eine absolut lebensmüde Idee war, versuchte er ihn irgendwie aus der unmittelbaren Nähe dieser zu holen. Natürlich schaffte er es nicht und natürlich nahm das Ganze verheerende Ausmaße…

Als er wieder aufwachte, war Joshua fort, tot. Und er selbst? Er war nicht mehr ganz, nicht nur innerlich, weil ein Teil von ihm mit seinem Freund gegangen war. Er hatte sein rechtes Bein bei der Explosion einbüßen müssen und das bedeutete, dass er nicht mehr weiterkämpfen konnte. Es ging also zurück nach Hause, diesmal für immer.
Die ersten Monate nach seinem letzten Einsatz waren nicht einfach. Einerseits musste Isaiah sich an diese neue Situation gewöhnen, andererseits galt es natürlich auch, Wunden heilen zu lassen – körperliche wie geistige. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, zog er zunächst zu seiner Schwester, mehr auf Drängen von ihr als aus seinem eigenen Wunsch heraus. Eine Zeit lang blieb er bei ihr, doch dann wollte er es alleine versuchen – erfolglos. So entwickelte sich also ein Alltag in einer Wohngemeinschaft gemeinsam mit seiner Schwester und obgleich es seine Zeit dauerte, gab ihm diese Regelmäßigkeit Kraft. Man konnte ihm förmlich ansehen, wie er endgültig den Weg zurückfand und den Willen, ein neues Kapitel zu beginnen.

Doch dieses Kapitel sollte kein neues werden, sondern die Rückkehr zu einem alten, denn nun schien sich die perfekte Möglichkeit zu bieten, auf das Angebot, das er von der Therapeutin erhalten hatte, zurückzukommen. Mit offenen Armen empfing sie ihn und leitete alles in die Wege, sodass er sich seinem Psychologiestudium widmen konnte. Es war gerade der richtige Zeitpunkt, so konnte er sich nicht nur seiner weiteren Genesung widmen, nein, er konnte sich auch voll und ganz auf seinen zukünftigen beruflichen Werdegang konzentrieren. Neben dem Lernen vertrieb er sich die Freizeit hauptsächlich mit Sport, denn obgleich er ein Bein verloren hatte, würde er es nicht soweit kommen lassen, seine Fähigkeiten einzubüßen. Sein Privatleben gestaltete sich als recht ... wechselhaft, wenn man es denn so ausdrücken konnte. Isaiah war ein Mensch, der der körperlichen Liebe sehr zugetan war und dies auch nicht selten ausleben wollte. So manch einer hätte die Zahl seiner Partner, die meist nur flüchtig in sein Leben traten und nach kurzer Zeit wieder verschwanden, als alle moralischen Konventionen sprengend erachtet, er sah daran kein Problem. Was war falsch daran, das zu tun, was sich gut anfühlte?

Nach sechs Jahren hatte er sein Studium schließlich erfolgreich absolviert, doch das hieß natürlich nicht, dass die Anstrengungen nun vorbei waren. Nein, eigentlich sollten sie jetzt erst wirklich beginnen. Er bewarb sich am Royal Free Hospital, um dort seine Ausbildung zum Psychotherapeuten starten zu können und hatte das Glück, unter die Fittiche seiner altbekannten Freundin zu gelangen. Gemeinsam schienen sie ein unschlagbares Team und konnten zahlreiche Erfolge verzeichnen. Irgendwann, nachdem er bereits einige Jahre in dem Krankenhaus tätig war, sah sie es schließlich an der Zeit, ihn in die Unabhängigkeit zu übergeben und in den Ruhestand zu gehen. Von nun an sollte er ihre Stelle übernehmen und bis jetzt kann er sich über die Wahl seines Berufes absolut nicht beklagen.

Inzwischen sieht es auch in seinem Privatleben äußerst rosig aus. Im Kontakteknüpfen hatte er noch nie Probleme gehabt und nachdem er Ende Oktober 2018 durch eine spontane Verabredung über eine Dating-App einen gewissen Herren namens Elliot Nash getroffen hat, scheinen sich die Dinge in Hinsicht Liebe auch immer interessanter zu gestalten.



SCHREIBSTIL

[ ] Erste Person | [ x ] Dritte Person | [ ] Unterschiedlich/Ich passe mich an
Isaiah mochte Freitage. Nicht nur, weil sie den Beginn in das Wochenende einläuteten – das war natürlich ein willkommenes Plus -, sondern auch, oder vielmehr vor allem, weil ein Freitag bedeutete, dass er sich ganz und gar frei durch die Nacht bewegen konnte, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, wann er denn am nächsten Morgen wieder aus dem Haus musste. Freitage bedeuteten Freiheit, Ungezwungenheit und von Zeit zu Zeit auch Zügellosigkeit. Natürlich, noch war die Nacht nicht gänzlich hereingebrochen, doch er hatte sich bereits, nachdem er sich nach getaner Arbeit kurz in der Wohnung seiner Schwester umgezogen hatte, zurück auf die Londoner Straßen begeben, auf der Suche nach einem Ort, der ihm für den heutigen Abend eine gute Beschäftigung würde liefern können.
Isaiah mochte auch diese Unabhängigkeit, wenn er nur von Willkür durch die Stadt getragen wurde, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen. Er mochte Spaziergänge und dieses Alleine-Sein in einer großen Menschenmenge, in welcher jeder in gewisser Weise anonym bleiben konnte. Nicht, dass es ihn gestört hätte, sich mit Leuten zu verabreden, doch manchmal ließ er sich auch einfach gerne treiben, bis er einen Ort gefunden hatte, an dem er verweilen wollte. Noch hatte er diesen nicht, aber die Sonne hatte ihren Weg dem westlichen Horizont entgegen noch nicht vor allzu langer Zeit begonnen, also eilte es nicht wirklich. Viele waren schließlich auch noch geschäftig dabei, ihre Arbeit für diesen Tag zu beenden, kaum Jemand würde er um diese Zeit schon in irgendwelchen Etablissements finden.
Also stromerte er durch die Straßen, wanderte an Geschäften vorbei, die Hände in die Manteltaschen geschoben und das Gesicht halb im Schal vergraben. Es war Oktober und obgleich es momentan nicht regnete, war es dennoch recht trüb und zunehmend kalt, je mehr sich der Himmel verfinsterte. Noch immer musste Isaiah sich daran gewöhnen, dass die Tage nun wieder erheblich kürzer wurden. Stets wirkte es später, als es eigentlich war. In dieser Hinsicht waren ihm die wärmeren Monate lieber, doch eigentlich besaß jede einzelne Jahreszeit ihre Vor- und Nachteile und er freute sich stets über die Unterschiede, die sie mit sich brachten.

Nachdem er eine Weile gewandert war – inzwischen befand er sich bereits in Westminster – ließ er sich auf einer Bank nicht unweit des Trafalgar Squares nieder. Dieser Platz war ihm einer der liebsten ganz Londons. Natürlich, hier tummelten sich tagein tagaus ungeheuer große Menschenmassen, doch diese zu Beobachten konnte des Öfteren zum wahren Vergnügen werden. Hier gab es eine Auseinandersetzung, dort eine glückliche Vereinigung. Da hinten hielten Touristen den Moment in einem Foto für die Ewigkeit – oder eben bis der geringe Speicherplatz auf dem Handy zum Löschen zwang – fest, und auf der anderen Seite fand sich eine Gruppe von Freunden zum gemeinsamen Ausgang zusammen. Es gab hier nie eine ruhige Sekunde, keine Langeweile, keine Rast. Und inmitten dieser Hektik saß er und bildete sich seinen ganz eigenen Ruhepol, nicht ganz erfolgreich, aber dennoch genoss er die kurze Verschnaufpause. Bis sein Handy in seiner Hosentasche vibrierte…

Elliot möchte sich mit Ihnen treffen. Nehmen Sie die Anfrage an?
Für einen Moment blickte Isaiah etwas perplex auf den Bildschirm seines Androids. SponMee … eine App, die er sich vor einigen Wochen heruntergeladen hatte. Wenn er ehrlich war, hatte er sie schon fast wieder vergessen. Wenn er mal eine Benachrichtigung erhalten hatte, war es meist während seiner Arbeitszeit gewesen oder gerade in einem ungünstigen Moment, sodass er sie meist abgelehnt oder ganz einfach ignoriert hatte. Jetzt allerdings wurde sie ihm direkt vor Augen gerufen und wenn er so darüber nachdachte, war er nicht einmal so abgetan von der Anfrage, die er gerade erhalten hatte. Nun gut, sie beinhaltete nicht wirklich viel. Elliot, männlich, möchte sich treffen. Mehr wusste er nicht über ihn, aber was nicht war, konnte ja schließlich noch werden.

Accept.
Ohne weiter zu zögern nahm er also an und erhielt im nächsten Moment eine weitere Nachricht mit dem Ort, an welchem das Treffen stattfinden sollte. Ein amüsierter Ausdruck zeichnete sich auf dem Gesicht des Mannes ab, als er den Kopf hob und an den Menschen vorbei zur Nelsonsäule blickte. Er musste lediglich über die Straße gehen und wäre schon beinahe da. Ob einer derer, die sich gerade an der Säule tummelten sein spontanes „Date“ war? Gespannt war er auf jeden Fall. Es war zwar nicht so, dass er noch nie ein Treffen über eine Dating-App arrangiert hatte, doch so wie in dieser Situation hatte er es tatsächlich noch nicht erlebt. Wenn er so darüber nachdachte, mochte er das Konzept von SponMee doch irgendwie, es musste nur erst einmal Fuß fassen. Aber wer wusste schon, wie dieses spontane Treffen nun verlaufen würde?

Weiterhin den gar fröhlichen Ausdruck auf den Zügen tragend stemmte er sich von der Bank hoch, um zur Ampel zu gehen und die Straße zu überqueren. Wie üblich in der Großstadt dauerte es eine Weile bis die Ampel auch für die Fußgänger auf Grün umschwang. Sein Handy in der Hand und stets den roten Punkt, dem er sich stetig näherte, im Auge behaltend, schritt er vorwärts bis er einige Meter vor der Säule stand. Der Punkt war etwas weiter rechts von ihm und nachdem er sich einen Augenblick suchend umgesehen hatte, entdeckte er einen Mann - er musste wohl etwa im gleichen Alter wie er sein -, der durchaus nach einem Wartenden auszusehen schien. Nun gut, so genau konnte man das nie sagen, aber zu seiner Vorstellung passte er zumindest am besten von allen, die hier standen. Außerdem sah er aus wie Jemand, dem der Name Elliot passte, warum also nicht sein Glück versuchen? Isaiah war noch nie einer von der schüchternen Sorte gewesen, da würde er sich nun auch nicht vor einer möglichen Verwechslung genieren.
Kurzerhand überbrückte er also die letzten Schritte zu dem anderen Mann und trat schließlich mit einem freundlichen Lächeln an ihn heran.
„Hi, kann es zufällig sein, dass du Elliot heißt?“


SEARCHING FOR...

▪ Little Sister ▪


BASIC FACTS

▪ Name: sollte hebräischen Ursprungs sein, ansonsten frei wählbar; bisher hieß sie Adah | 32 Jahre | Tätigkeit: Etwas im künstlerischen Bereich könnte passen, aber ich bin immer offen für etwaige andere Ideen und Vorschläge | Mittelschicht ▪


FACECLAIM

Ich bin natürlich auch offen für etwaige Vorschläge, würde mich aber wirklich sehr freuen, wenn vielleicht einer der folgenden drei zusagt. Ein kleines Veto möchte ich mir noch beibehalten.
▪ Tessa Thompson (Favorit) ▪


▪ Gugu Mbatha-Raw ▪


▪ Ruth Negga ▪




GEMEINSAME STORYLINE

Drei Jahre nach Isaiah kam xxx zur Welt, als Nesthäkchen der kleinen aber feinen Familie und einzige Tochter. Schon früh brachten die Eltern auch ihr die streng-jüdische Lebensweise näher, welche sie anfangs sogar mit großer Leidenschaft aufnahm, mehr zumindest als Isaiah es je getan hatte. Doch auch xxx wurde mit jedem verstreichenden Jahr klarer, dass sie nicht so verbissen auf gewissen Vorschriften und Regeln verharren wollte wie es die Eltern sich wünschten. Die Welt war stetig im Wandel und wenn man frei darin leben wollte, musste man auch in der Lage sein, sich anzupassen. Sei es nun durch den Einfluss ihres älteren Bruders, zu welchem sie stets ein recht gutes Verhältnis gehabt hatte - für einige Zeit hatte sie ihn sogar als ihr Vorbild gesehen - oder einfach aus eigenen Ansichten heraus, letztendlich entschied auch sie sich für eine wesentlich offenere Sichtweise der Dinge. Sie baute sich ihren Glauben und die Art und Weise wie sie diesen auslebte, selbst auf und bildete ihre ganz eigenen Ansichten.

Als xxx 14 Jahre alt war, entfuhr ihr durch ein Versehen ein Kommentar über die damalige Beziehung ihres Bruders zu einem anderen Jungen. Die glückliche Stimmung beim Abendessen war dahin und auch sonst konnte man nicht mehr unbedingt von einem fröhlichen Familienleben sprechen. Kurz darauf verließ Isaiah die Familie, um von der häuslichen Stimmung fort zu kommen und sich ein eigenes, wesentlich freieres Leben aufbauen zu können. xxx machte sich deshalb lange Vorwürfe, vor allem da ihr Bruder eigentlich immer wie der Fels in der Brandung für sie gewesen war. Nicht ihr Vater, der es eigentlich hätte sein sollen, auch nicht ihre Mutter, nein, stets war Isaiah es gewesen, zu dem sie die engste Bindung gehabt hatte. Lange Zeit hatte sie mit Gewissensbissen zu kämpfen, machte sich für alles verantwortlich, doch nachdem sie drei Jahre nachdem Isaiah die Familie verlassen hatte, ein Treffen mit ihm vereinbarte und er ihr zu Verstehen gab, dass sie keine Schuld traf, schließlich hätte das Ganze früher oder später sowieso aufgedeckt werden müssen, konnte sie mit der Sache abschließen. Noch viel glücklicher stimmte sie es, dass sie von dem Treffen an wieder ein engeres Band zu ihrem Bruder aufbauen konnte und ihn wieder in ihrem Leben wusste.

In den folgenden Jahren bauten die Beiden ihr geschwisterliches Band weiter auf. Für Isaiah war xxx die einzige Blutsverwandte, die er noch als Familie ansah, obgleich sie immer wieder versuchte, ihn dazu zu bringen, doch wieder das Gespräch mit den Eltern zu suchen. Doch die Sturheit war keine Seltenheit in der Familie und so blieben diese Versuche fruchtlos... bis jetzt zumindest, doch xxx ist noch weit davon entfernt, aufzugeben.

Im Großen und Ganzen möchte ich dir bei der Geschichte, ihrem Werdegang und dergleichen, viele Freiheiten geben. Die groben Fakten sind zudem aus meiner Story herauszulesen und wie du dann die Zwischenräume füllst, bleibt natürlich dir überlassen.



EIGENSCHAFTEN

Würde man Isaiah fragen, würde er sagen, xxx wäre ein wahres Genie. In seinen Augen ist sie der wahre Goldschatz der Familie, war es schon immer gewesen, und jeder könnte sich ein Beispiel an ihr nehmen. Sie vermag es, derart viele unterschiedliche Eigenschaften in sich zu vereinen, das man nie genau wissen kann, was einen erwartet. Sie ist sanft, ruhig wie die unberührte See am Morgen, doch kann sie ebenso stürmisch sein, temperamentvoll, manchmal sogar verheerend. Sie zeichnet sich durch eine nie endende Kreativität aus, einen Sinn für Ästhetik, für Farbe - was wohl auch der Grund für die überaus bunt eingerichtete Wohnung der Geschwister ist. Ihre künstlerische Ader lässt sich allein schon an ihrem Auftreten und Aussehen erkennen - bunte, lange Kleider, Röcke, wilde Muster und Stoffe, manchmal könnte man meinen, sie nähme sich Frida Kahlo als modisches Vorbild, doch im Grunde sucht sie sich ihren ganz eigenen Stil. Auf so manchen Otto-Normal-Bürger würde sie durchaus als verrückt wirken, aber das stört sie nicht, das begrüßt sie viel eher!
xxx hat so viele Facetten, die wir gerne noch weiter entdecken können! Natürlich ist dies nur eine grobe Beschreibung von ihr, wie ich sie mir vorstelle und du darfst gerne eigene Ideen und Vorstellungen einbringen. Ich bin immer offen für eigene Einfälle!



PROBEPOST?

▪ [ x ] Ich wünsche einen neuen Post aus Sicht des Charakters | [ ] Mir reicht ein alter Post | [ ] Ich möchte ein gemeinsames Probeplay | [ ] Ich benötige keinen Probepost | [ ] Ich entscheide bei der Bewerbung ▪
An sich freue ich mich, das zu lesen, was du mir zum Lesen geben möchtest, egal was kommt und egal welche Ideen du hast, aber da ein wenig Inspiration nie schlecht sein kann, habe ich dir doch ein paar Ideenansätze zusammengetragen, die du gerne verwenden kannst, aber natürlich nicht musst:

▪ xxx, die bekannterweise sehr künstlerisch begabt und auch interessiert ist, entscheidet sich, ihren weniger künstlerischen Bruder mit in ihre Lieblingsgalerie zu schleppen und da er sowieso so wenig Ahnung von Kunst hat, ist das Ganze gleich mit einer ausführlichen Führung durch die Galerieräumlichkeiten verbunden, die Isaiah mit meist eher nutzlosen Kommentaren zu komplettieren weiß.

▪ Als starker großer Bruder muss Isaiah seine Stärke immer wieder zur Schau stellen, wenn es mal wieder heißt "Wir gehen zu Macy's!", denn dann muss Isaiah sich als leidenschaftlicher Tütenträger unter Beweis stellen und seiner Schwester bei ihrer gelegentlichen Shoppingwut auf den Fuß folgen - xxx kann wirklich sehr überzeugend sein, es gibt kein Entrinnen!



WEITERE ANMERKUNGEN

Neben dem Üblichen - Aktivität, Interesse und dergleichen - möchte ich natürlich noch ein paar Kleinigkeiten anbringen. In erster Linie ist es mir wichtig, dass du Spaß an dem Charakter hast, dass du ihn dir zu Eigen machst und mit Leben füllst. Kreativität, Originalität, Qualität, wenn man sieht, dass das in den Charakter und die Ideen, die du für ihn hast, hineingeflossen ist, dann könnte ich nicht glücklicher sein! Grundsätzlich geht bei mir die Qualität immer vor, also wenn es mal länger dauert, dann hab ich absolut kein Problem damit. Ich bin selbst meist - berufsbedingt - eher gemütlicher unterwegs und bitte dahingehend natürlich um Verständnis, welches ich dir aber ebenso entgegenbringen werde. Nun bleibt mir aber nur noch zu sagen, dass ich mich schon wahnsinnig auf dich freue und es schon gar nicht mehr erwarten kann, dich hier bei uns zu begrüßen!



zuletzt bearbeitet 06.12.2019 01:13 | nach oben springen


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